Persönlicher Text von Tatjana Bach Anfang Dezember 2021

Wintersonnenwende – Zeit sich mit der Dunkelheit zu beschäftigen

 

Die Dunkelheit ist jetzt schon groß, aber am 21.12. ist die längste Nacht des Jahres. Nur ein Drittel des Tages wird die Sonne am Himmel noch stehen. 16 Stunden lang wird die Nacht andauern. Also wirklich Zeit sich jetzt mit der Dunkelheit, den jetztigen Zeitqualitäten zu beschäftigen!

 

In den Veden z.B. gibt es eine Heilmethode, in dem der Mensch Tage und Wochen und bis zu 9 Monate lang in einem Haus ohne Fenster in einem weiteren Haus ohne Fenster lebt, um sich zu erneuern und zu heilen. Diese Heilmethode stetzt den Menschen bewusst sehr, sehr lange der absoluten Dunkelheit aus. Und zwar tags, wie nachts. Keine Reize von außen mehr. Nur noch du, dein Atem, die Schwärze vor deinen Augen und nichts anderes. Ein Arzt, damals Schamane, schaut ab und an nach dir und bringt spezielles Essen und Medizin aus dem Dschungel.

 

Natürlicher Weise zieht es uns in der Dunkelheit nach Innen. Es gibt ja nichts mehr im Außen zu sehen, zu hören, zu riechen... Wir halten inne und beginnen in uns selbst zu lauschen. Und in der Tiefe der Tiefen werden wir fündig werden und dort unser eigenes, inneres Licht finden. Das verspricht uns jedenfalls diese Heilmethode.

Was ich von dem Arzt aber hörte, der dieses Haus im Haus bei sich auf dem Gelände 5000 Jahre später nachgebaut hatte und seine Patienten dort mehrere Wochen lang im Haus im Haus begleitete, war jedoch etwas anderes. Von wegen still! Es wurde nämlich oft erst einmal sehr, sehr laut. Alle äußeren Ablenkungen waren plötzlich weg und damit nutzten die Schattengestalten aus dem Unbewussten seiner Klienten die Gelegenheit und stiegen auf. Teilweise so massiv, dass aus psychologischen Gründen abgebrochen werden musste.

Die Dunkelheit hat es also in sich! Unsere Schattenseiten haben auch hier ihr zu Hause.

 

Wintersonnenwende im 2. Corona Winter – Zeit sich in der Dunkelheit zu besinnen. Eigentlich. Schaue ich mich aber um, fühle ich mich gerade wie sich mein Doc im Haus im Haus mit seinen Klienten wohl gefühlt haben mag, wenn die inneren Schatten aufstiegen und er die Kur deshalb abbrechen musste. Auch ich würde gerne die Stopptaste drücken. Die weltweite menschliche Debatte kulminiert sich gerade in eine große Frage: Sein oder nicht sein? In diesem Fall: Geimpft sein oder nicht geimpft sein?

„Stop! Freeze!“

Weltweit wünsche ich mir das gerade für alle. Innehalten! Was machen wir hier eigentlich gerade? Worum geht es uns eigentlich gerade? Wie fühle ich mich eigentlich gerade? Was ist meine innere Triebfeder? Was ist mir wirklich wichtig? Wofür möchte ich mich wirklich einsetzen? Was will ich wirklich? Wie will ich wirklich leben mit mir? Mit dir? Ich wünschte mir, es würde darum gehen! Aber irgendwie ist es gerade echt "dunkel" geworden, finde ich.

 

Gibt es überhaupt Dunkelheit? „Dunkelheit ist die Abwesenheit von Licht(…). Licht kann kommen und gehen – Dunkelheit dagegen bleibt. Sie ist immer da, ohne überhaupt da zu sein.(...) Wenn du etwas an der Dunkelheit ändern willst, dann bringe Licht hinein. Schalte das Licht aus und Dunkelheit tritt ein; schalte das Licht an und die Dunkelheit ist wie weggeblasen – aber du kannst die Dunkelheit weder an- noch ausschalten. Wenn du etwas mit der Dunkelheit anfangen willst, dann musst du den Umweg über das Licht wählen, es geht nur indirekt. (…) Prüfe ganz einfach, ob etwas wirklich existiert, oder ob es nur die Abwesenheit von etwas anderem ist, dann kämpfe nicht damit, sondern finde heraus, was es ist, was fehlt. Dann bist du auf der richtigen Spur.(…) Sobald du wütend bist, verschwindet dein inneres Licht. Ja, du wirst überhaupt erst wütend, weil dein Licht verschwunden ist, weil die Dunkelheit hereingebrochen ist. (…) Die Wut ist nichts wirkliches, sie ist nur die Abwesenheit des Mitgefühls. Der Hass ist nichts wirkliches, er ist nur die Abwesenheit von Liebe.“ lese ich bei Osho und ich mag hinzufügen:

Mein Besserwissen ist nichts wirkliches, es ist nur die Abwesenheit von Mitgefühl.

 

In den letzen Tagen flatterte mir folgender Zettel ins Haus:

„Lieber Ungeimpfter, vielleicht ist dein Mitmensch geimpft, weil…

er jemanden wegen Corona verloren hat?

er seine Liebsten schützen möchte?

er Angst vor Corona hat?

er sonst seinen Job verloren hätte?

er wieder ein halbwegs normales Leben zurück haben möchte?

 

Lieber Geimpfter, vielleicht ist dein Mitmenschen nicht geimpft, weil...

er aus gesundheitlichen Gründen nicht geimpft werden kann?

er Angst vor den Nebenwirkungen hat?

er vielleicht jemanden wegen den Nebenwirkungen verloren hat?

er dich lieber auf anderen Wegen schützt (Abstand bei Krankheit)?

er durch den zunehmenden gesellschaftlichen Druck misstrauisch ist?

 

Möchtest du, dass dein Kind/Enkelkind in einer Welt voller Hass und Ausgrenzung aufwächst? Möchtest du, dass all deine Freundschaften zerbrechen, weil ihr nicht der selben Meinung seid? Möchtest du deinem Nachbarn voller Missachtung entgegen treten, weil er andere Ängste hat?

Hört auf euch gegenseitig als Schlafschafe, Corona Jünger, Verschwörungstheoretiker oder Querdenker zu beschimpfen. Hört euch die Gegenseite an und versucht die Beweggründe des anderen zu verstehen. Ausgrenzung wird uns nicht helfen!“

Unsere Menschlichkeit wird uns helfen, lege ich jetzt noch einen drauf. Nach dem Motto:
Ausgrenzung anderer Menschen ist nichts wirkliches, es ist nur die Abwesenheit meiner Mitmenschlichkeit.

 

Wenn dir etwas in deinem Leben gerade fehlt, dann bist du diejenige, die darum weiß, dass es fehlt und damit bist du diejenige, die es einbringen kann. Also tue es, bringe es ein, jetzt! Jetzt ist Wintersonnenwende! „In tiefster Dunkelheit finden wir Licht“ das ist die Botschaft vom Julfest, was zu Wintersonnenwende früher gefeiert wurde. Nach dem Motto: Noch tiefer geht es nicht mehr, jetzt wird sich etwas ändern!

 

Und ich spreche nicht davon wieder nur darüber zu reden! Wir haben viel zu viel schon über die Dinge geredet! Ich möchte Mut machen, diese Zeit jetzt zu nutzen und jetzt tief in deinem Inneren zu schauen und dich zu besinnen und von dorther dann einzubringen in dein Leben, was gefehlt hat und es zu tun!!

 

Wie lange spreche ich selbst schon darüber, dass die Anforderungen zu viel sind für mich? Es sind Jahre!! Jetzt war ich ganz unten angekommen, nix ging mehr, es war endlich die Zeit etwas zu ändern! Also musste ich auf die Pausentaste drücken, zum Aufatmen, Durchatmen, um eine lange Weile mal wieder im Leben spüren zu können. Und was passiert keine Woche später schon? Plötzlich gibt es wieder Interesse, Zeit und Lust einfach mal stehen zu bleiben, wenn ich meine Nachbarin zufällig auf der Straße treffe.

 

Und wir sprechen nicht über das große Thema: Sein oder nicht sein? Uns verbindet anderes: Menschlichkeit, Mitgefühl, Toleranz, Respekt, Achtung, Einfühlung, Offenheit, Interesse und vielerlei mehr in dieser Art. Zusammengefasst würde ich es als den Wunsch bezeichnen, endlich wieder nur Mensch unter Menschen zu sein.

 

Ich bin meinen syrischen Freunden sehr dankbar! Ich konnte viel von ihnen lernen. Was mich immer sehr hat aufhorchen lassen, war wenn sie davon erzählten, wie das alltägliche Leben in der Zeit vor 2011 unter einem tötlich regierendem Regime überhaupt untereinander möglich war. Nämlich indem sie politische Gespräche im alltäglichen Leben immer ausklammerten. Was wusste man denn, ob der Bäcker nicht doch ein Spion ist? Trotzdem wurde das Brot gekauft und geschnackt. Hier musste aus Angst um das eigene Leben bestimmte Sachen ausgeklammert werden. Aber das Leben an sich ging wohl recht gut so, denn alle hatten sich darauf geeinigt eben nicht über Politik zu sprechen.

 

Der Vergleich ist vielleicht ein wenig gewagt, aber ich frage mich schon seit längerem, ob es bei uns auf ähnliches hinaus laufen könnte? Spaltende Themen werden einfach nicht mehr angesprochen. Dieses Mal nicht aus Angst, sondern aus dem Wunsch heraus weiterhin in Verbindung bleiben zu wollen. Nach dem Motto: Meine Besserwisserei und damit Spalterei ist nichts wirkliches, es ist nur die Abwesenheit von meiner Mitmenschlichkeit und Freude an dir. Ich stelle damit einen höheren Wert in den Vordergrund. Schon Augustinus meinte: „Besser auf dem rechten Wege hinken, als festen Schrittes abseits wandeln.“

Lasst uns also gemeinsam hinken!

Denn letztendlich wissen wir nichts! Weder das eine, noch das andere! Durch das Internet gibt es abermillionen Meinungen, Zahlen und Statistiken. Je nach dem, was du hören willst, kannst du dich dort bestätigen lassen und wieder läufst du nur festen Schrittes einsam abseits. Ich meine das wirklich: Lasst uns gemeinsam hinken! Lasst uns eingestehen, dass wir nichts wissen! Lasst uns gemeinsam fragend einfach mal still sein, lasst uns suchend einfach mal eine echte Lücke aushalten. Nur im gemeinsamen sich eingestehen, dass wir nichts wissen, nur in dieser Lücke kann etwas Neues entstehen! Lasst uns im Nichts auf die gemeinsame Findung gehen!

 

„Stop! Freeze!“

Weltweit wünsche ich mir das immer noch gerade für alle. Innehalten! Was machen wir hier eigentlich gerade? Worum geht es uns eigentlich gerade? Wie fühle ich mich eigentlich gerade? Was ist meine innere Triebfeder? Was ist mir wirklich wichtig? Wofür möchte ich mich wirklich einsetzen? Was will ich wirklich? Wie will ich wirklich leben mit mir? Mit dir? Lasst uns gemeinsam auf diese Findung gehen!

Schon Pablo Picasso meinte:„Ich suche nicht - ich finde. Suchen - das ist Ausgehen von alten Beständen und ein Finden-Wollen von bereits Bekanntem im Neuen. Finden - das ist das völlig Neue!

Das Neue auch in der Bewegung. Alle Wege sind offen und was gefunden wird, ist unbekannt. Es ist ein Wagnis, ein heiliges Abenteuer! Die Ungewissheit solcher Wagnisse können eigentlich nur jene auf sich nehmen, die sich im Ungeborenen geborgen wissen, die in die Ungewissenheit, in die Führerlosigkeit geführt werden, die sich im Dunkeln einem unsichtbaren Stern überlassen, die sich vom Ziele ziehen lassen und nicht - menschlich beschränkt und eingeengt - das Ziel bestimmen.

Dieses Offensein für jede neue Erkenntnis im Außen und Innen: das ist das Wesenhafte des modernen Menschen, der in aller Angst des Loslassens doch die Gnade des Gehaltenseins im Offenwerden neuer Möglichkeiten erfährt.“

 

Danke Pablo! "Die Menschen, die in aller Angst des Loslassens doch die Gnade des Gehaltenseins im Offenwerden neuer Möglichkeiten erfährt!" Ich ahne es geht nicht um Corona. Corona ist nur das Brennglas, was den Misstand vergrößert. Wunderbar! Es könnte also wirklich Neues auftauchen!

 

Ich wünsche uns allen eine wirklich dunkle, tiefe, stille Zeit! Nutz die Qualitäten der jetztigen Zeit! Besinn dich auf die Frage: Was ist mir wirklich wichtig? Und wie kann ich das in mein Leben ziehen? Was kann ich tun, anstatt immer nur darüber zu sprechen? 

Ich wünsche uns allen viel Mut, viel Liebe und Kraft und Erkenntnis!

Liebe Grüße von Tatjana

 

P.S.

Charles Eisenstein sei einmal in voller Länge zum Thema zitiert. Der Mann hat uns wirklich was zu sagen:

 

Letzte Woche verbrachte ich die Thanksgiving-Feiertage mit einigen Mitgliedern meiner Großfamilie. Mein Bruder, meine Schwester und ihre Ehepartner; Nichten und Neffen, mein Vater, zwei meiner erwachsenen Söhne, meine Ex-Frau und ihr Mann – insgesamt 14 Erwachsene – versammelten sich um den Tisch.

 

Trotz (oder gerade wegen) des Todes meiner Mutter im letzten Jahr, der Clan-Matriarchin, die alles zusammenklebte, waren wir harmonischer als je zuvor.

 

Die Familie ist sich keineswegs einig über die Streitfragen unserer Zeit, die Familien trennen. Insbesondere beim Thema Impfstoffe reichen wir von begeisterten Pro-Vaxxern über Agnostiker bis hin zu „over-my-dead-body-vaccine-resistors“. Dennoch gab es keine Auseinandersetzungen und – was noch wichtiger ist – kein angespanntes Ausweichen des Themas. Es kam einfach nicht auf. Warum nicht? Der Grund hat Bedeutung für die gesamte Menschheitsfamilie sowie für meine eigene.

 

In früheren Aufsätzen habe ich mich mit der Psychologie der politischen Identität befasst. Politische Überzeugungen sind nicht nur intellektuelle Meinungen darüber, wie eine Gesellschaft funktionieren sollte. Sie vermitteln Stammes- und Zugehörigkeitsgefühl. Die Darstellung von Meinungen signalisiert Stammesidentifikation. In diesem Zusammenhang wirkt eine Herausforderung der eigenen politischen Überzeugungen wie eine Bedrohung für das Leben selbst. In vielen Gesellschaften wie dem antiken Griechenland war Ächtung oder Verbannung eine schlimmere Strafe als der Tod; oft war es der Tod. Wer bist du, ohne deine Beziehungen?

 

Bei meiner Familienzusammenkunft war keine dieser Signalisierungen notwendig, da wir alle in unserer primären Identität als Mitglieder der Familie sicher sind. Ich bin sehr dankbar, dass wir uns alle daran erinnert haben. Die Abwesenheit meiner Mutter erinnert uns ständig daran, wie wertvoll wir alle sind. Auch wenn sie nicht mehr dabei ist, ist der Eindruck, den sie auf die Welt hinterlassen hat, immer noch so. Es ist, als ob ein Stern ausgebrannt wäre, aber seine Schwerkraft hält sein Sonnensystem immer noch in der Umlaufbahn um ihn herum.

 

Ich frage mich, wie der Zustand der Menschheit aussehen würde, wenn wir uns alle daran erinnern würden, wie wertvoll jeder von uns als Mitglied der Menschheitsfamilie zuallererst ist. Es würde immer noch Meinungsverschiedenheiten geben, aber keine kriegerischen Meinungsstämme, die sich alle mit ihren jeweiligen Erzählungen gegen jede Herausforderung ausrüsten. Menschen würden ihre Meinung viel leichter preisgeben, wenn ihre Identität, ihr Selbstbild und ihre Akzeptanz nicht so auf ihnen lasteten.

 

Ich will hier nicht mit meiner Familie prahlen. Ich bin mir sehr bewusst, dass viele Menschen heute aus Impf- oder anderen Gründen von Versammlungen ausgeschlossen, vom Besuch von Enkeln ausgeschlossen oder sogar öffentlich denunziert werden. Ich glaube nicht, dass es eine einfache Reaktion auf eine solche Situation gibt. Mein Zweck hier ist einfach, eine andere Möglichkeit aufzuzeigen.

 

In einer verfeindeten Familie, in der einige nicht mit den anderen reden, entwickelt der Konflikt oft ein Eigenleben. Es geht um einen selbst und um all die Dinge, die jede Seite der anderen im Konflikt angetan hat. Wer hat Recht und wer hat Unrecht? Darauf haben beide Seiten eine Antwort. Jeder hat eine Beschwerde, ob berechtigt oder nicht. Solche Konflikte enden selten damit, dass sich die ungerechtfertigte Seite der gerechtfertigten Seite ergibt. Um den Konflikt zu beenden, muss jeder dazu kommen, Heilung höher zu halten als den Sieg. Wie heißt es so schön: „Willst du Recht haben oder willst du glücklich sein?“ Ja, bei anhaltender Gewalt oder Überschreitung heiliger Grenzen kann es notwendig sein, jemanden von einer Versammlung auszuschließen oder von der Gesellschaft fernzuhalten. Aber das ist etwas ganz anderes, als einen Groll zu hegen.

 

Ich habe eine Vorahnung, wie der Covid-Riss in der Gesellschaft heilen wird. Die Sturmsaison endet mit einem Wimmern. Keine Seite wird zugeben, dass sie sich geirrt hat. Stattdessen werden alle leise entscheiden, dass es nicht so wichtig war. Verfügungen werden auslaufen. Die Leute werden sich nicht mehr darum kümmern, wer geimpft ist und wer nicht. Schon jetzt bemerke ich mit jeder weiteren Ankündigung einer neuen griechischen Buchstaben-Covid-Variante weniger öffentliche Panik. Es erinnert mich an den Krieg gegen den Terror. Im Jahr 2005 ignorierten die Leute die Flughafenlautsprecher völlig, die plärrten: „Das Heimatschutzministerium hat die Terrorgefahr auf orange gesetzt“. So wie die Öffentlichkeit keine Angst mehr vor Terrorismus hat (der wie Covid nie die Bedrohung war, für die sie erfunden wurde), wird auch die Angst vor Covid in den Hintergrund treten. Eingefleischte Partisanen auf der einen Seite werden sagen: "Es waren die Impfstoffe, die es aufgehalten haben." Auf der anderen Seite werden sie sagen: „Wir haben endlich eine natürliche Herdenimmunität erreicht“ oder „Das Virus ist weniger virulent geworden“. Den meisten wird es egal sein.

 

Dazu müssen die Menschen das Ziel aufgeben, die andere Seite zu demütigen. Bei unserem Familientreffen bemerkte ich ein paar Mal den Drang, das Thema Impfstoff zur Sprache zu bringen, und ich saß mit meinen Gefühlen auf diesem Drang. Warum ist es mir so wichtig, was mein Sohn oder mein Schwager denkt? Warum ist es für mich wichtig, einen Unterschied anzuzeigen? Warum möchte ich, dass er seine Meinung ändert? Das lag daran, dass ich so konditioniert bin, dass Meinungen ein Zeichen der Akzeptanz sind. Auf welcher Seite bist du? Sind Sie einer von uns oder einer von denen? Glücklicherweise teilt unsere Familie das stillschweigende Verständnis, dass wir alle einer von uns sind, unabhängig von unserer Meinung. Tief in dieses Verständnis versunken, könnten wir wahrscheinlich über strittige Themen sprechen, aber wir würden uns nicht von psychologischen Kräften der Akzeptanz und Zugehörigkeit dazu treiben lassen. In Ermangelung dieser Triebkräfte haben wir natürlich über andere Dinge gesprochen – ohne das Gespräch über Impfstoffe aktiv zu unterdrücken oder zu vermeiden.

 

Wie würde unsere politische Landschaft aussehen, durchdrungen von dem gemeinsamen Verständnis, dass wir alle eins sind? Dass wir alle eine Familie sind? Es klingt wie ein unmögliches Ideal, ein Wunschdenken, eine Fantasie. Ist es nicht. Es ist etwas, das jeder von uns sofort persönlich praktizieren kann, und es ist kollektiv, ein gesellschaftlicher Phasenübergang, der lange darauf gewartet zu geschehen. Einst wurde er als die universelle Bruderschaft des Menschen vorausgesagt. Das ist der richtige Geist, wenn auch nur die Hälfte der Bevölkerung zu unserer Verwandtschaft untereinander und zu allem Leben erwacht. Ich nenne es das Zeitalter der Wiedervereinigung. Wir wissen, was der nächste Schritt ist, jeder von uns. Er lässt Groll los. Er ist das Loslassen der Selbstgerechtigkeit. Er steht für Ehrfurcht voreinander. Wir können Partei ergreifen, aber wir beziehen unsere Identität nicht daraus, denn unsere wahre Identität schöpft aus einer tieferen Quelle. Alle sind herzlich eingeladen, davon zu trinken.


Persönlicher Text von Tatjana Bach Anfang November 2021

Ihr Lieben, 

mit den wieder steigenden Zahlen, den länger gewordenen Nächten und den kälter gewordenen Tagen erahne ich für uns alle eine 2. Runde in uns alle herausfordernden Wintern. Durch die kommenden Umstände werden wir uns für das Wesentliche und das Einfache vielleicht noch mehr erwärmen können.


Mittlerweile ist in meinem Leben Zeit ein wesentlicher Wert geworden. Ich gehe z.B. vor die Haustür und sehe eine Nachbarin und hier entscheidet es sich: Habe ich ein Weilchen mit ihr zur Verfügung? Oder hechte ich eingetacktet zum Wagen?

Das Auto sollte mir eigentlich immer Zeit schenken, weil es mich doch schneller von A nach B brachte. Seit dem wir es nun abgeschafft haben und ich nur noch mit dem Rad unterwegs bin, geschieht jedoch genau das Gegenteil: Ich komme zwar langsamer vorran, habe aber mehr Zeit für Leben: Die Luft, die Landschaft, mein Körper - das ist doch alles mein Leben im Hier und Jetzt.

Als ich zu Beginn von Corona freudig aufrief: "Ja, endlich! Jetzt geht es um das Wesentliche!" (siehe weiter unten) Da war mir nicht so bewusst, dass das Wesentliche im Alltag schlichtweg Einfachheit bedeutet. Gerade schreibe ich z.B. über das Radfahren und dass wir dabei die Chance haben das Wetter, die Landschaft und die eigene Körperlichkeit wahrnehmen zu können. Wie wunderbar einfach!

 

Und: Nebenbei machen wir auch nicht mehr so viel Dreck, ein Nebeneffekt, der hoffentlich immer mehr Nachahmer*innen findet!

Unsere Gäste müssen jetzt nicht nervös werden: Unser Hausmeister holt nachwievor immer noch gerne am Bahnhof Hedemünden mit seinem Auto ab. Und, um es rund zu machen, auch wir fahren immer noch auch Auto, aber nur noch den geliehenen Wagen einmal in der Woche für den Großeinkauf.

 

Ich mache eine Pause vom Tippen und gehe in unsere Küche. Dort blicke ich wieder auf diesen großen Diaabzug, den ich vor kurzem habe machen lassen. Dieses Dia hatte ich ungelogene 28 Jahre mit mir in meinem Portemonaie herum getragen! Ich hatte es nie auf eine Leinwand projeziert gesehen, aber ich wusste immer, wenn ich das kleine Ding gegen das Licht hielt: Das würde mal ein richtig schönes ausgedrucktes Bild an irgendeiner Wand sein.

 

Indes mir fehlte IMMER sage und schreibe 28 Jahre lang die Zeit und die Muße das dann aber auch in die Wege zu leiten. Also schleppte ich es fast 3 Jahrzehnte lang mit mir herum. Mit Corona und den unfreiwilligen Änderungen kam, bei aller Misere, die Zeit langsam, langsam wieder zurück in mein Leben. Nach Monaten war endlich eine lange Weile da, die es brauchte, um dieses Dia endlich vergrößern zu lassen und jetzt hängt es bei uns in der Küche und macht mir ein gutes Gefühl? Warum? Weil ich es nicht vergessen habe, ich mich in meinem Wunsch nach so langer Zeit immer noch ernst genommen habe!

 

Auch das ist Wesentlich: Sich selbst ernst zu nehmen in einem Vorhaben. Der Kopf denkt so manches Vorhaben, aber das auch noch nach Jahren und Jahrzehnten ernst zu nehmen und es endlich umzusetzen, das macht einfch gute Lebensgefühle. Wie wesentlich, sich selbst respektvoll zu behandeln!

 

Und so summiert sich, meines Erachtens, in aller Misere, trotzdem neues Leben in uns:

Lasst uns sich selbst ernst nehmen.

Lasst uns alle Sinne ausstrecken.

Und lasst uns das und anderes teilen (auch Autos und/oder Räder).

Und lasst uns Zeit und viele lange Weilen haben, denn das wärmt in kalten Tagen.

Und setz dich dafür ein!

Ganz viel Kraft dafür wünscht dir,

Tatjana


Persönlicher Text von Tatjana Bach Anfang September 2021

Ihr Lieben,


vor vielen Jahren hörte ich mal ein Gleichnis für das
weibliche und das männliche Prinzip, das mir als Bild bis heute besonders gelungen erscheint: Das weibliche Prinzip als Raum, durch den das männliche Prinzip seinen Pfeil fliegen lässt. Es braucht beides: Dasjenigen, das zielgericht, tatendrängig und gestaltend agiert und dasjenige, das wahrnimmt, was dadurch im gesamten System geschieht und dann Feedback gibt.


Das weibliche Prinzip als Wahrnehmungsorgan von allem und allen Beteiligten, die verbunden in unserer komplexen Welt existieren, um danach Feedback zu geben, ob der Pfeil konstruktiv, erbaulich und dem Leben förderlich war oder eben halt nicht. Meines Erachtens fehlt diese Seite in unserem jetztigen Leben.
Tatendrängig aus mir selbst heraus machend, das kennen wir. Im Innehalten die Verbindungen unseres komplexen Systems wahrnehmend und die Auswirkungen unseres Handelns fühlen können, das ist uns abhanden gekommen. Und ich spreche immer noch von Prinzipien und nicht von der Genderebene aus. Jede*r ist gerade gemeint von mir.
Meines Erachtens fehlt das Bewusstsein darüber, dass wir in gegenseitigen Abhängigkeiten leben. Der Mensch ist kein losgelöster Halbgott im Hologramm. Wir sind eins. So oft wir es schon gehört haben, erleben wir uns selbst meistens doch nicht verbunden.


Umso mehr angetan war ich von den einzelnen Beiträgen in der 2. Utopie-Konferenz
der Leuphana Universität. Maja Göpel und Richard David Precht luden interessierte Menschen an fast 125 Orten bundesweit ein, um einem enkeltauglichen Wohlstand auf die Spur zu kommen. Unser Stammhaus, das Haus in der Blume, durfte ebenfalls ein 2 tägiges Utopie-Camp off- und online ausrichten. Bundesweit kamen insgesamt 1000 Menschen zusammen, um quer Beet durch alle Bereiche menschlichen Lebens sich zu erarbeiten, was auch noch "der siebte Generation nach unserer" dient (wieder indigene Weisheit!) bzw. enkeltauglich ist.


In den Beiträgen ist mir etwas besonders aufgefallen: Fast alle sprachen in der ein oder anderen Art davon, dass wir uns wieder mehr verbinden müssen! Die Verbindung fehle: Enweder zu eigenen Erfahrungen oder zu andersartigen Menschen oder zu meinem Landbesitz usw. Nach den 2 Tagen partizipieren, war mir glasklar:
Hier höre ich in vollkommen anderen Worten, was ich im esoterisch, spirituellen und ökologischen "Alternativbiotop" schon so lange höre: Das weibliche Prinzip fehlt in unserer Welt! Oder aber: Wir brauchen mehr Bewusstsein darüber, dass wir in Verbindungen zu leben!


Für mich ein absoluter Jubeltag! Mehr und mehr kommt es in der Zivilgesellschaft an und damit kann sich wirklich etwas drehen auf breiter Ebene, wunderbar! Der utopische Beitrag vom Haus in der Blume war übrigens die klassiche "Sharingrunde". Die wünsche ich mir bis in den Bundestag hinein! Egal wo und wann und warum Menschen zusammen kommen, als erstes sollten sie sich immer im Kreis zusammen setzen und erst einmal möge ein Redestein oder dergleichen kreisen. Jede Entscheidung, die nach einem Sharing getroffen wird (Stichwort Bundestag) wird so aus einem verbundenerem Gesamt heraus entstehen und das ist immer mehr an der Realität unseres gemeinsamen Seins: Dass wir verbunden eingebettet sind in etwas Ganzem!


Einen verbundenen Herbst wünsche ich euch!
Alles Liebe von Tatjana


Persönlicher Text von Tatjana Bach Anfang Mai 2021

Schau, wie du wirklich leben willst!
Wie willst du lieben? Wie willst du wohnen? Was willst du arbeiten, also was willst du oft machen? Welche Freunde tun dir gut? Was willst du essen? Was anhaben? Wie sich fortbewegen? Wie es warm machen? Welche Nachrichten gucken? Wofür dich einsetzen?

Was tut dir eigentlich wirklich gut? Das ist die große Frage der Zeit!

Schau in die verschiedenen Bereiche deines Lebens und wenn es nur ein Bereich ist, bei der dir hier und jetzt spontan gerade eine Antwort kam, dann fang hier und jetzt dort an!

 

„Du kannst nicht die Welt verändern“ sagte sie damals, „du kannst nur dich selbst verändern! Und wenn du mehr und mehr das lebst, was du wirklich willst, umso mehr wirst du anfangen zu strahlen. Und dieses Strahlen werden die Menschen sehen und dann kommt vieleicht eine*r auf dich zu und fragt dich: „Was hast du denn gemacht? Das will ich aber auch haben!“ Und damit fängst du dann an die Welt zu verändern, anders geht es nicht.“

 

Die Hälfte meines Lebens ist das her. Ich war damals 28 Jahre alt und in der tiefsten Krise meines damaligen Lebens. Alles war zusammen gebrochen. Ich war keine Schmuckdesignerin im Berliner Kiez mehr und hatte quasi alles verloren: Freund, Freunde, Wohnung, Arbeit, Geld, alles. Ich war aufs Land katapultiert worden und verbrachte die ersten 3 Monate auf einer rostigen, alten Hollywoodschaukel immer in den schlimmsten Horrorphanthasien mal mehr, mal weniger verfangen: „Der Mensch zerstört sowieso alles: Die Natur, die Tiere, sich selbst. Warum nicht einfach aufhören?“

 

In diesem Zustand bekam ich von einer Birke obrige Worte geschenkt. In Kurzform: „Du kannst die Welt zu etwas Besserem nicht verändern, du kannst nur dich selbst zum Besseren verändern und damit vielleicht andere inspirieren.“ Oder wie ich es heute von den Schamanen immer wieder höre:
„Du kannst die Erde nur heilen, indem du dein eigenes Herz heilst.“

 

Herzlich willkommen in unserer aller Krise!
Krisen sind wunderbare Chancen der Veränderung.
So geht es nicht weiter, ist ihre klare Aussage.

 

Wir leben zu Zeiten einer kollektiven Krise. Jede*r weltweit ist (eigentlich) herausgefordert. Wie die Omas (& Opas) immer wieder darauf hinweisen, haben wir noch 3 Jahre das Ruder herum zu reißen, um unser aller Leben, so wie wir es hier auf unserem Planeten kennen, zu bewahren, sprich um die Klimaerwärmung unter 1,5 Grad zu halten.

 

Jetzt ist die Krise dazu verdoppelt: Seit gut einem Jahr kommt noch Corona dazu. Jede*r weltweit ist spätestens jetzt auch in seinem individuellen Leben durch ein vielfältiges Pandemiegeschehen berührt. Unser altbekanntes Leben bricht zusammen, endlich!

 

Hier sehe ich Parallelen zu meinem damaligen Zusammenbruch. Mit engen Lackschüh´chen auf den Messen, so dass ich die nächsten Tage nicht mehr schmerzfrei laufen konnte, so ging es nicht mehr weiter. Die Krise nahm mir alles und letztendlich verlor ich mein Gesicht vor den anderen und ab da hatte ich nichts mehr zu verlieren und wurde frei.

 

„Was ist eigentlich Schönheit?“ fragte sich die damalige noch-Schmuckdesignerin „Goldene Schuhe, die mir ständig weh tun?“ und ich schloss die Augen und ging wohl das erste Mal in meinem Leben nach Innen und überlegte: „Kann es sein, dass schön ist, was sich auch nach innen hin gut anfühlt und nicht nur nach außen hin schön aussieht?“ Ich besorgte mir das erste Mal in meinem Leben „platte, unförmige“ Schuhe, die damals noch nicht als chick galten, aber nach innen eben schön waren: Sie taten nicht mehr weh! Eine meiner kleinen Revolutionen damals.

 

So begann ich langsam mich selbst wieder mit mir selbst zu füllen und mich mehr und mehr auf mich zu besinnen. Es war ja nix anderes mehr da. Ich begann ersten innerlichen Kontakt zu mir selbst aufzubauen nach dem Motto: „Was tut mir gut? Was tut mir weh?“ Ich wurde echter und wahrhaftiger. Und weil ich mich wieder zu fühlen begann, konnte ich auch mitfühlend meiner Mitwelt gegenüber werden. Ich begann wohl das erste Mal wirklich meine Umwelt wahrzunehmen. In diesem Falle auch die Birke und mit ihr eröffnete sich mir tiefe, tiefste Lebensweisheit, die mich noch heute, 28 Jahre später, trägt!

 

Nutze also diese jetztige Zeit!

Wir leben in mehreren Krisen und das ist gut so!

Lass dich schütteln und dir nehmen, wegnehmen und wegspülen, all das was nicht mehr zu dir gehört. „You can not loose a thing, if it belongs to you!“ Bestenfalls wirst du so viel verloren haben, dass du nichts mehr zu verlieren hast!

 

In dieser sich öffnenden Lücke kann sich dir wirklich Neues offenbaren. Vielleicht wird aus der Tiefe deines Selbst heraus sich dir neue Erkenntnisse zeigen, vielleicht wird sich dir eine Birke mitteilen, vielleicht ein Tier sich dir zeigen, vielleicht ein Buch, ein Mensch zu dir finden....

 

Alles stand auf dem Spiel: Seine Arbeit, seine Gesundheit, seine Frau, sein Sohn und mehr. In seiner tiefsten Lebenskrise fragte sich Graig Foster, was ihm denn eigentlich mal gut getan hatte, bevor er anfing nur noch zu arbeiten. 35 Jahre später fing er wieder an zu schnorcheln und zu tauchen. Er hatte die Krise genutzt und sich besonnen: Wie will ich wirklich leben? Er wollte wieder ins Meer.

 

Täglich schaute er wenigstens eine kurze Zeit wieder ins Wasser zu kommen. Und eines Tages steht sie plötzlich vor ihm und die wunderbarste Reise seines Lebens beginnt, auf die der Naturfilmer uns im daraus entstandenen Dokumentarfilm mitnimmt: „Mein Lehrer, der Krake“ (die eigentlich ein Weibchen ist).

Seit meinem damaligen Zusammenbruch 93 schaue ich kaum noch Filme (eine Sache, die mir übrigens damals auch weggenommen wurde) aber diesen Film hier habe ich innerhalb von 22 Stunden 3 Mal gesehen und jede*n möchte ich dazu ermuntern sich diesen Film anzuschauen.

 

Es ist der Film unserer Krise! Eingefahrene Weltbilder werden sich hier auf den Kopf stellen und inspirieren uns zu einer neuen Sicht auf Natur und Tier und uns mittendrinnen. Mehr denn je, und gerade nach diesem Film, frage ich mich:
Leben wir eigentlich in einer vor Lebendigkeit flirrenden und strotzdenen Welt, in der alles mit allem verbundenen und in Kontakt ist und sich ständig miteinander austauscht und gegenseitig fühlt und teilt und kommuniziert und das Leben an sich einfach nur miteinander in einer einzigen großen Lebensfeier schlichtweg feiert?

 

Und nur weil wir verloren haben zu fühlen, kriegen wir das Alles einfach nicht mit? Sind wir eher als ein lebendiger Teil mit anderen lebendigen Teilen auf einem lebendigen Planeten gemeint und kriegen das alles einfach nur nicht mit?

 

Krisen, Zusammenbrüche und persönliche Kollapse können in fulminante Aufbrüche für das Konstruktive, Erbauliche und dem Leben dienende münden!

Graig Fosters Zusammbruch brachte diesen erhellenden Film hervor, mein damaliger Zusammenbruch die Schoßraum®-Prozessbegleitung. Nutze auch du deine Krise! Hör auf festzuhalten, lass dich schütteln und guck, was übrig bleibt und was du danach wirklich willst und dann tu es auch!

 

Liebst du das Leben? Dann tu es auch! Die Omas for future haben sich entschieden aus Liebe zum Leben heraus zu handeln und zwar jetzt! Ihre Initiative im Sommer ist unterstützenswert, weil sie unserer aller Krisen eine konstruktive, erbauliche Richtung gibt: "Klimawünsche" verbindet und zeigt unsere große Gemeinschaft von vielen, vielen Menschen, die sich schon jetzt als Teil eines lebendigen Lebens für unsere Erde einsetzt. Nutze die Kraft unser aller Krise! Mach, was dir wirklich Spaß macht und unterstütze und sei dabei! Deine Bändel kannst du gerne bei uns im Haus in der Blume vorbei bringen. Wir sind auch mit dabei!

 

Alles Liebe von Tatjana


Persönlicher Text von Tatjana Bach Mitte April 2021

Ihr Lieben,

für viele von uns ist es mit weiteren Lockdowns wirklich schwer geworden. Lasst uns mehr denn je auf alltagstaugliche, kleine Dinge schauen, die wir jederzeit anwenden können, um uns trotz allem innerlich aufzurichten. Wir kennen diese Geschichten: Welchen Wolf fütterst du? Den misstrauischen oder den vertrauenden? Wie schaust du auf das Glas? In unser aller Misere höre ich nicht auf nach dem Erbaulichen und Konstruktiven Ausschau zu halten und finde nach wie vor Dinge, die mich sehr hoffnungsfroh stimmen:


Z.B. höre ich in den letzten Wochen nicht mehr so oft Aussprüche etwa wie: „Wegen Corona kann man sich auf gar nichts mehr verlassen“, sondern mehr und mehr sowas wie folgendes Beispiel: „Ich habe sowieso schon alle Termine losgelassen wegen Corona, ob es dann stattfindet, das werden wir ja dann kurzfristig sehen.“ Mehr und mehr kommen wir Menschen nach genau einem Covidjahr im Hier und Jetzt an ohne unsere kommende Zeitachse schon wieder voll verplant zu haben. Das ist neu!

Wir lernen durch unsere jetztigen Lebensumstände mehr und mehr in einem Leben ohne Tacktung und Strategie zurecht zu kommen. Ohne dem altbekannten Halt. Je weniger wir wissen, je weniger wir festhalten, desto mehr kann so das Leben an sich uns antworten und uns zuspielen. Eine höhere Intelligenz kann uns so wirklich neue Ansätze eröffnen.

 

"Wir brauchen den Mut zur Lücke, den Mut zum Nichtwissen" sage ich immer wieder dann, wenn es darum geht, wirklich etwas Neues einzuladen. Nur daß wir eine kleine Weile mal nicht wissen und erwarten, nur diesen Zustand erahne ich als die Pforte zu etwas viel Größerem, als wir selbst es sind. Also zu dem Einzigen, was wirklich Neues kreieren kann!

Dieses eigene Nichtwissen zu lassen und entgegen aller unserer Konditionierungen auszuhalten ist der oben genannte "Mut zur Lücke". Und dieser Mut wird sich mehr und mehr in Demut verwandeln, wenn denn das Leben selbst uns mehr und mehr so auch antworten kann. Das Covidjahr schenkt uns unmerklich die große Gnade diesen Unwissenheitszustand sich neu zu erschließen und ins System zu installieren. Dieser Zustand hat etwas mit Vertrauen zu tun, mit Mut und Demut und mit geschehen lassen. Das war bitter nötig. Ich freue ich mich gerade sehr über dieses kollektive Umlernen.

 

Auch wir sind direkt betroffen.
Die Fortbildung hätte zwar, trotz Lockdown, starten können weil wir mittlerweile auf einen anerkannten Beruf vorbereiten, ist aber verschoben worden, weil Johanna sich plötzlich im Lockdown mit ihrer gesamten Familie befand. Keinen Tag später, ich habe es noch nicht auf der Homepage, meldet sich schon eine weitere, neue Frau an, die im April nicht hätte mitstarten können, aber im Mai. Für sie war es jedenfalls schon mal gut, dass wir verschoben haben. Das Glas ist halbvoll, ich wusste es  doch....

 

Für mich in meiner persönlichen Schulung in "Lücke offen halten" wurde mit dem Verschieben der FoBi sehr klar, wie sehr ich auf ein "endlich mal wieder ein volles Haus ganze 5 Tage lang" gehofft hatte: Alles zusammen hätte endlich mal wieder einen richtig guten Umsatz eingebracht!

 

Das war erst einmal hart, aber gut gehalten durch die emotionale Welle hindurch, war wieder einmal mehr mein Fazit: "Hey, ich kann nur mein Bestes geben, und mehr habe ich nicht... Jetzt musst du übernehmen....." Meine Kapitulation vor dem Großen Ganzen. Zu sehr war die Unternehmerin in mir schon wieder verfangen in Vorstellungen von tollen Umsätzen, als ganz früh schon das Telefon klingelt.

 

"Hallo, wenn ich doch jetzt nicht die FoBi anfangen kann, kann ich in dieser Zeit trotzdem zu dir kommen und ein Individual-Retreat machen?"

Was sind das für Momente! Immer und immer wieder vom Leben gespiegelt zu kriegen: "Hey, es geht weiter. Jetzt ist der Moment in dem du lebst!" Große stille Dankbarkeit im Herzen dafür.

 

Osho meint wohl ähnliches, als er sagte: "Zeiten der Katastrophe machen dich auf die Realität aufmerksam, wie sie ist. Sie ist nämlich immer zerbrechlich und jeder ist immer in Gefahr. Nur in normalen Zeiten schläfst du tief und fest und siehst es nicht, dass du träumst und dir schöne Dinge für die kommenden Tage und die Zukunft vorstellst.

Doch in den Momenten, in denen Gefahr droht, in denen wird dir plötzlich bewusst, dass es keine Zukunft geben kann, kein Morgen geben kann, dass dies der einzige Moment ist, den du hast. Katastrophenzeiten sind also immer sehr aufschlussreich.

Sie bringen nichts Neues auf die Welt, sie machen dich einfach nur auf die Welt aufmerksam, wie sie wirklich ist - sie erwecken dich. Wenn du das nicht verstehst, kannst du verrückt werden. Wenn du das aber verstehst, kannst du erleuchtet werden."

 

Im Jetzt wirklich ankommen und wahrnehmen was das Leben will, bieten uns auch mehrere Tage im Mai: Catrin Otto eröffnet mit deinem eigenen Herz im Medizinrad auf ein persönliches Anliegen aus mehreren Perspektiven vom Leben sehen zu können. Uns erschließen sich so neue ungewöhnliche oder gar überraschende Lösungswege, auf die wir so eben nicht gekommen wären. Klar, doch.... da war sie wieder: Die Lücke! Nur dort kann eben das Neue vom Leben selbst zu uns kommen und deshalb freu ich mich drauf und werde da sein und sehen, wie wir mehr und mehr still dem Leben an sich lauschen üben, damit wirklich etwas Neues in unser aller Leben passieren kann.

Auch etwas Neues kam vom Leben selbst zu uns, indem sich klärte, dass die Räume der SPB auch den Männer sehr wohl gelten. Eine neue Männergruppe startet im Juni mit Detlef Scholz bei uns im Haus in der Blume und ich, als Begründerin der SPB, freue mich dieses eine Mal ab und an in dieser Gruppe noch mit dabei sein zu dürfen.

 

Ich finde also mehr und mehr in den verschiedensten Bereichen menschlichen Lebens wirklich Neues in der Tiefe. Das stimmt hoffnungsfroh. In diesem Sinne wünsche ich uns allen einen dicken Wolf der vertrauensvoll immer halbvolle Gläser schlabbert, um dadurch gestärkt großen Mut für richtig stille Lücken zu haben! Kommt gut durch!

Alles Liebe von Tatjana


Persönlicher Text von Tatjana Bach Anfang März 2021

Liebe Frauen, Freundinnen und Weggefährtinnen,
liebe Männer,

 

ein ungewöhnliches Jahr rundet sich. Viel hat es uns allen abgerungen. Es ist noch nicht vorbei. Und es wird sicherlich auch zukünftig uns noch einiges zumuten.

Die Misere hatte ihre Berechtigung, denn so ging es nicht weiter. Endlich ist also der Pausenknopf gedrückt, endlich kommen die Delphine wieder in die Buchten, endlich ist der Himmel wieder Streifenfrei, endlich wird weniger Auto gefahren.

Aber es ist nur der Pausenknopf gedrückt. Eine langfristige Änderung bedeutet das noch nicht. Wie kann sich also unser aller Leben nachhaltig zu einem wirklich verbundenen Leben im Einklang mit dem Leben an sich verwandeln? Zeit Ausschau zu halten nach dem wirklich Erbaulichen in unser aller Misere.

 

So hat mich z.B. die Geschichte einer Mutter beeindruckt, die einen vegetarischen Tag bei sich zu Hause im Lockdown mutig einführte. Alle waren offen und wollten mitmachen. Zum Abendessen aber fragt Sohnmann dann doch nach der Wurst aufs Brot. „Das ist doch Fleisch“ erwidert sie verblüfft und er ist total erstaunt.

Jetzt weiß auch er, dass die viereckigen Scheiben auf dem Butterbrot auch mal Tiere waren, die lebendig waren. Mich verwundert das nicht, dass er sich dessen nicht bewusst war. Es werden noch einige mehr sein und der erste Schritt zur Veränderung ist immer die Bewusstwerdung! Wunderbar! Mehr davon!

 

Oder aber die Erzählung eines Familienvaters, dem im Lockdown die Decke auf dem Kopf fällt und aus dieser Not heraus sein altes Rennrad wieder aus dem Keller holt. Wenn nun die Kinder im Bett sind und alles Tagewerk getan ist, schwingt er sich spät abends auf sein Rad und radelt los. Schnell ist er aus der Stadt und peest mit dem Rad durch die umliegenden Dörfer und sieht in den vorbeifliegenden Stuben die Menschen vor den flackernden Screenen sitzen. „Und Tatjana, ich sage dir: Ich genieße die Kälte an meinen Fingern, den Wind auf meinen Wangen, diese Weite und diese unendliche Dunkelheit da draußen vor mir und denke mir: Hey ihr da in der stickigen Stube, kommt raus, hier ist es so wunderschön!“

Der zweite Schritt zur Veränderung ist nach der Bewusswerdung, auch eine Tat folgen zu lassen, wunderbar, bitte auch mehr davon!

Mir machen solch kleine Geschichten viel Mut, weil diese Geschichten von Menschen sind, die nicht aus meinem spiri-, öko-, Selbsterfahrungs- Biotop stammen. Meines Erachtens fängt nämlich genau hier die Veränderung an: Nämlich, dass alle mitziehen und nicht nur das Lager des wilden, kleinen Aussteigervolkes.

Jeder und jede kann und sollte sich gerade fragen: Was ist wirklich wesentlich? Was unterstützt das Lebendige? Und was nicht? Und das dann auch tun oder aber lassen.

 

Vor einem Jahr schrieb ich recht euphorisch hier an dieser Stelle: „Jetzt geht es los! Wir kommen endlich zum Wesentlichen!“ Das es dann aber sich so in meinem Leben installiert, wie es sich hinein webte, das hätte ich ganz sicher nicht erwartet: Nach diesem Jahr weiß ich nun schon so einiges darüber wo und wann Marienkäfer schlafen, was Vögel futtern, wann Salamander laichen, wie Samen ausgebracht, hochgezogen und ein Garten angelegt wird, wie Gemüse gelagert und wie fermentiert wird. Das Wissen unseres älteren Hausmeisterehepaares hat uns dabei (auch) sehr geholfen.

 

Und damit ist der dritte Schritt zur Veränderung getan: Ich muss das Rad nicht neu erfinden, ich kann auch mal andere fragen. Gerade wenn sie nicht aus meinem "Biotop" stammen. Diese könnten eventuell sehr viel komplettierendes Wissen zu meinem schon vorhandenen beisteuern. Verbunden in unser aller Unterschiedlichkeit sind wir uns komplettierend und vervollständigend!

 

Und als vierten Schritt die Kunst immer wieder sich selbst nicht allzu ernst zu nehmen!
Humor trägt uns immer. In diesem Sinne mein absoluter Ohrwurm und Hit dieser Tage: Keine Band mit einem Lied Das Wichtigeste in einem Leben, das sich fürs Leben einsetzt: Freude und Spaß macht lebendig, eben auch inmitten von diesem Ernst!

 

Liebe Grüße von Tatjana


Persönlicher Text von Tatjana Bach Ende Januar 2021

Ihr Lieben!

Seit nunmehr fast einem Jahr sind wir mit neuen Lebensumständen konfrontiert. Unser menschliches System reagiert mehr oder minder darauf ängstlich und das ist auch verständlich und erst einmal ganz normal. Je nach Prägung und intellektueller Neigung in den verschiedenen Schattierungen, z.B. mit der Angst rund um die eigene Gesundheit oder um die Gesundheit anderer oder aber mit der rund um das große Thema Sicherheit oder aber rund um das große Thema Freiheit oder aber rund um das große Thema Vereinsamung oder anderer Formen und auch Mischformen von Sorge und Angst.
Das ist alles erst einmal ganz normal!
Wir sind Menschen und wir erleben gerade große Herausforderungen und Menschen reagieren verängstigt bei großen neuen Dingen. Alles erstmal normal, aber was hilft uns jetzt?

 

Es wird wohl Ruhe und Ausgeglichheit sein, aus denen wir Kraft für schwere Zeiten ziehen können. Zwei Eigenschaften, die nur in uns selbst zu finden sind und ich will hier auch nur eine Kraft ansprechen, die sich aus uns selbst heraus generiert. Denn nichts ist zur Zeit wichtiger, als dass wir unabhängig vom Sturm da draußen, den eigenen Weg finden trotzdem Erbauung und Aufrichtung in und aus uns selbst heraus zu generieren.

Denn das braucht es gerade: Menschen, die angesichts der großen außergewöhnlichen Belastungen, die uns alle ersteinmal mehr oder minder verunsichern trotzdem „bei sich bleiben“ und sich nicht rauswerfen lassen, sich nicht mitziehen lassen, nicht mit einsteigen in all das, was gerade er- und aufregt oder be- und verängstigt. Klare kraftvolle Menschen, die sich ihrer Ängste bewusst sind und mit ihnen umgehen, anstatt noch mehr Wirbel zu veranstalten.
Wie bleibt also frau und mann heutzutage „bei sich“?

Das Schoßraum-Institut in der Mitte von Deutschland im verstärkten Lockdown II

Immer wieder hören wir, dass die Schoßraum-Prozessbegleitung keine Methode sei, sondern eine Lebenseinstellung. In den Fortbildungen werden kaum Techniken gelehrt, aber größte Aufmerksamkeit auf die innere Haltungen z.B. gelegt. In der Einzelarbeit wird größtmöglich die hohe Kunst geübt sich selbst wahrzunehmen und bei sich selbst zu sein, um danach dann auch wirklich ganz bei sich bleiben zu können, wenn wir in Kontakt gehen.

 

Dafür entschleunigen wir größtmöglichst und ermöglichen so kleinste Regungen in uns wahrnehmen zu können. „Fühlt es sich noch entspannt an?“ Das wäre dann das Zeichen dafür, dass der Mensch noch „bei sich“ ist. Oder aber „Fühlt es sich schon angespannt an?“ Das wäre dann das Zeichen, dass dieser Mensch eben nicht mehr souverän und kraftvoll in sich selbst ruht, sondern durch irgendeine Dissonanz schon von sich weggetragen ist und nicht mehr ganz bei sich ist. Hier beginnt in der SPB dann die Arbeit.

 

In den Einzelsitzungen starten wir oft auf der Massagebank. Meine zu Begleitende liegt, adressiert ist ihr Schoß. Gemeinsam schauen wir zu Beginn wo genau mein Hocker neben der Bank stehen soll. Von dort aus werden wir die Annäherung an ihren Schoß starten und ich komme als erstes abgesprochene Zentimeter, z.B. 10, mit meinem Hocker näher und halte danach wieder inne. In dieser Spürpause haben wir beide Zeit wahrzunehmen, was diese 10 cm Annäherung jetzt gemacht haben. Die Entspannung ist unser Gradmesser. Sobald wir Anspannung wahrnehmen beginnt dort unsere Arbeit:

"Was ist das für eine Anspannung? Wie fühlt sie sich an? Ist es Sorge und/oder Angst? Wovor? Wohlmöglich, dass ich als Begleiterin zu schnell und direkt meine Hand einfach auf ihren Venushügel lege?"

 

Nachdem sie sich dessen bewusst geworden sind, gilt es jetzt zweierlei im Bewusstsein zu halten: Diese

Anspannung und etwas, was sie entspannen lässt. In der Sitzung ist das wohlmöglich der gewährende, nichts wollende Kontakt mit mir als Begleiterin. Aber auch ihren körperlichen Kontakt zur Massageliege, bzw. Materie, bzw. Erde unter ihr könnte jetzt hilfreich sein, um das Zellgedächtnis ihres Körpers mit Informationen von Halt und Beständigkeit neu zu informieren.
Was können wir also aus so einer klassischen SPB-Sitzung an Hilfreichem für unseren herausfordernden Covid-Alltag übernehmen?

 

Im Skript ist als allererste Grundhaltung „mit dem zu gehen was ist“ aufgeführt. Übertragen heißt das in unserem jetztigen Lebensalltag unsere missliche Lage wirklich anzunehmen. Es ist gerade so wie es ist und es wird sich in absehbarer Zeit auch nicht ändern: Wir sitzen in der Covid-Zeit fest! Anerkennen, was gerade ist, kann große Kräfte freisetzen, die im eigenen Widerstand gebündelt lagen. Das könnte dein erster Schritt sein.

Um danach eine „Spürpause“ einzulegen, zu entschleunigen und sich jetzt Zeit zu nehmen. Wie ich hörte machten die Samurai sogar auf dem Schlachtfeld Sekundenmeditationen. „Nimm dir Zeit“ heißt also, dass auch eine einzige Sekunde schon „Zeit nehmen“ ist. Du hast angenommen festzusitzen und jetzt und hier entschleunigst du, hälst inne und nimmst dich wahr. Dein erster Schritt zu dir selbst ist getan!

 

Damit beginnt deine aktive Seelenhygiene, deine Selbstverantwortung, die ich mittlerweile für unabdingbar für uns moderne Menschen halte. Wohlmöglich nimmst du das erste Mal dich selbst in dieser schweren Zeit wirklich für wahr und kommst wohlmöglich jetzt in Kontakt mit Anspannung, Sorge und/oder Angst. Wunderbar! Gut so! Weiter inne halten und das halten, fühlen, da sein lassen. Wie geht das alltagstauglich?

 

Wohlmöglich brauchst du eine größere Spürpause? Eine kleine 10 minütige Auszeit? Also ab auf dein Zimmer. Und für all diejenigen, die gerade keine Chance haben allein sein zu können: Auch die Toilette kann dafür gerne 10 Minuten mal für die Seelenhygiene herhalten. In Findhorn hat Eileen Caddy jahrelang tagaus tagein auf dem stillen Örtchen verbracht. Ihre, wie deine, kurze Zeit nur für dich selbst beginnt im Innern, außen ist in diesem Moment sowieso egal.

 

Mit dem gehen, was ist und dich dann da sein lassen. Und damit eventuell deine Angst da sein lassen! Damit ist der erste Schritt getan und doch wollen wir in der SPB körperliche Zellen neu informieren, um nachhaltige Veränderung einzuläuten. Deshalb üben wir immer wieder zweierlei im Bewusstsein zu halten, wir üben das Pendeln zwischen dem Dissonanzraum, also in dem Falle dem Fühlen von Angst und dem Wahrnehmen eines Ressonanzraumes. Damit ist etwas gemeint, was dir in diesem Moment gut tut. Das könnte auch zum Beispiel der Gedanke an eine wohlwollende, gewährende Freundin sein.

 

In der SPB bevorzugen wir jedoch die sinnliche Erfahrung von Materie unter deinem Körper. Das steht uns Menschen immer und überall zur Verfügung und macht uns damit unabhängig und zweitens können wir mit Materie unsere körperlichen Zellen Informationen von Kontinuität und Stabilität unserer ängstlichen Regungen entgegen setzen. Du hälst also beides im Bewusstsein: Deine Sorge und das sinnliche Erleben deines Körpers auf der Erde und pendelst jetzt ein paar Minuten ganz bewusst hin und her.


Durch dieses Pendeln gewinnst du wieder Boden, wird sich nach und nach in deinem System mehr und mehr Ruhe und Frieden einfinden, mehr und mehr wirst du wieder Kraft schöpfen. Bis zum nächsten Mal, um dann wieder innezuhalten, anzuerkennen was ist, sich selbst wahrzunehmen und wieder zu pendeln zwischen zweierlei im Bewusstsein. Auch das ist ganz normal: Das Leben entwickelt sich spiralförmig.

 

Ich plädiere also für aktive Seelenhygiene. Sie sollte ihren angestammten Platz in unser aller Leben einnehmen. Heutzutage mehr denn je! Anstatt von eigenen (und auch von den der anderen) Ängsten getrieben zu werden, sollte uns unter den gegebenen Umständen sehr daran liegen, wie wir praxis- und alltagstaugliche Tips und Tricks anwenden, um Kraft und Ruhe aus uns selbst heraus zu generieren. In der Schoßraum®-Prozessbegleitung liegen einige Schätze dafür bereit und unter www.schoßraum.de findet ihr on- und offline Angebote unserer Schoßraum®-Prozessbegleiterinnen, die gerne ihr Wissen für herausfordernde Zeiten weitergeben.

Liebe Grüße von Tatjana


Persönlicher Text von Tatjana Bach Anfang Januar 2021

Ihr Lieben,

als hätte ich im März letzten Jahres an einem lauwarmen Frühlingstag mich auf eine ganz normale Bank gesetzt, um ein wenig zu verschnaufen und den Vögeln zu zuhören und urplötzlich verwandelt sich diese kleine unscheinbare Holzbank in ein großes, lebendiges Ungetüm!

 

Es wächst sofort irrsinnig schnell und beginnt sich zu dehnen und zu recken und ich komme einfach nicht mehr von diesem Tier runter. Und schon fängt es an mit mir loszugaloppieren und ich habe alle Mühe mich irgendwie da oben zu halten. Runterfallen ist keine Option mehr. Reiten will erst erlernt sein. Und so zieht dieses Vieh mit mir von dannen.

 

Ich bin Abenteuerin. Also habe ich ersteinmal meinen Spaß. Mehr denn je glaube ich jetzt direkt ins gelobte Land im schnellsten Galopp getragen zu werden. Hoffnung und freudige Gewissheit brechen sich mit den neuartigen Durchrüttlern bei mir durch. Zum Beispiel sage ich zu dieser Zeit: „Passt mal auf! In spätestens 8 Wochen gibt es das Grundeinkommen für alle!“ Das habe ich damals echt geglaubt, ich hätte nie gedacht, dass die Ämter das schier unermessliche Neuaufkommen an Formularen und Papieren tatsächlich noch bewältigen können. Ich dachte sie würden aufgeben und anstatt dessen sagen: „Hey, gerade ist Corona, wir geben jedem freiwillig das bedingungslose Grundeinkommen solange hier nix mehr geht. Danach sehen wir weiter.“
Diese, meine erste Phase mit diesen neuartigen Durchrüttlern hat bei mir nur kurz gedauert.


Das Vieh stürmte mit mir also durch die Zeit und ich kam nicht mehr runter. Die Durchrüttler wurden ein ewiges unkontrolliertes nervenaufreibendes Ruckeln. So anders in der Taktfolge, als ich es je gekannt hatte! „Etwas Großes passiert gerade“, dachte ich jetzt öfters, und Ehrfurcht und Respekt taten sich auf. Etwas von Bedeutung passiert gerade, konnte ich fühlen. Aber ausmachen, was denn gerade passierte, konnte ich nicht. Also fing ich an zu beobachten: Vornehmlich mich und mein Leben. Eine Abstandsregel gab es plötzlich. Whow, was mache ich denn jetzt damit? Ah ha! Das war z.B. die Zeit, als ich den „Kronenabstand“ mir erschuf: 1 Jahr lang mal nicht ständig und ewig alle zu umarmen, sondern die Abstandsregel mir zu Nutze zu machen um zu experimentieren, was mit mir passiert, wenn ich darauf verzichte.

 

Und das Viech zog weiterhin mit mir in vollkommen neue Gebiete hinein und ich kam einfach nicht mehr runter. Vor diesem großen Ritt hatte ich mir vorgenommen jeden Monat hier an dieser Stelle zu schreiben. „Wichtiges“ wollte sich kundzutun, das Erbauliche, Konstruktive und dem Leben fördernde wollte in die Welt, zum großen Wandel hin, zum Guten wollte / sollte inspiriert werden. Aber jetzt gab es nichts mehr zu sagen.


Alles was mich nur noch interessierte war: Was hilft im Sturm bei sich zu bleiben, anstatt sich wegziehen zu lassen? In die eine oder andere Richtung? Was hilft auf diesem Ungetüm zuversichtlich zu bleiben und keine Angst zu kriegen? Noch leiser wurde es in mir. Was lässt mich in der Mitte bleiben, wenn sich meine wichtigen Beziehungen plötzlich wandeln und mir auch noch wichtige Alltagsrituale wegbrechen, wenn sich irgendwie ALLES um mich herum verändert? Das war die Zeit, als ich mehr und mehr über kollektives Trauma und Corona zu lesen begann und die Grundformen der Angst begann zu verstehen: Die Angst die eigene Freiheit zu verlieren und die Angst die Gesundheit zu verlieren, zum Beispiel.

Worte darüber zu schreiben erschienen mir immer noch unpassend. Weder wollte ich belehren, noch wollte ich mich offenbaren, denn innerlich wurde es immer noch stiller, aber äußerlich tat sich doch etwas und das war vollkommen anders, als ich je gedacht hätte. Plötzlich finde ich mich in einem Leben wieder, in dem ich mich damit beschäftige, wie Gemüse aus dem Garten fermentiert wird und wie glutenfreies Brot auch wirklich gelingt. Plötzlich befinde ich mich auf Baustellen am Haus wieder und beschäftige mich damit wie ich dieses Haus wieder trocken kriege und wie ich mit Handwerkern umgehe....

 

Was schreibe ich also?
Ein Rundbrief muss doch raus!
Meine kleinen, privaten Schätze, die mich persönlich aufbauen, mir ein klein bißchen Kraft geben, mich halten und stützen, auch in schweren Zeiten, schickte ich zum Beginn des 2. Lockdown durch den Verteiler. Etwas Erbauliches braucht der Mensch in schweren Zeiten, denke ich mir da, keine Ratschläge und schon gar kein Besserwissen!

 

Erbaulich?
Habe ich da nicht letztens vor Rührung geweint, als ich gelesen habe, dass....? Ja, da war doch was! Und da war doch auch noch was und dort auch und hier auch und mehr und mehr fing ich an meine Informationskanäle zu beobachten. Erbauliches, Konstruktives und dem Leben förderndes kamen mir zu Augen! Das war schön!

 

Zum Beispiel weine ich tatsächlich in dem Moment, als ich Kerstin Ott entdecke und das auf einem Video mit Helene Fischer. Schon 2018 aufgenommen und mittlerweile 28 Millionen Mal aufgerufen singen sie u.a. wortwörtlich zusammen: „er und er, zwei Eltern, die ihr Kind zur Kita bringen. Sie und sie tragen jetzt den gleichen Ring. Alles ganz normal.“ und werden begeistert von einem mit schunkelnden und mit singendem Publikum euphorisch begleitet! Hallo??? Helene Fischer?!! Mein Lebensumfeld, mein Deutschland, verändert sich in eine Richtung, die ich nicht mehr für möglich gehalten hätte!

Und ich entdecke mehr:
- Herr Schäuble setzt sich für einen gelosten Bürgerrat ein,
- Secondhand wird „das neue Cool“,
- Platz 4 der Sachbuch-Bestenliste ist das „Manifest für die Tiere“,
indem Frau Pelluchon „Parallelen zur Abschaffung der Sklaverei“ zieht,

- 81 Großstädte haben schon 6 verschiedene gendergerechte Schreibweisen sich ausgedacht,
- und in der DlF Audiothek kommt nach den ersten Rubriken als 4. gleich eine, die da heißt: „Bei mir sein“.


Erbauliches, Neues sammeln! Das macht Spaß und weiter will ich meine Informationskanäle beobachten und zusammentragen, und dann...

 

... kommt der letzte Sonntag.
Jetzt werde ich vom großen Tier in eine staubig rote, trockene, heißflimmernde Landschaft des Niederganges katapultiert. Ich versuche still zu bleiben und mache das, was ich immer meinen Einzelklientinnen in so einem Falle rate: Alles absagen, Tür zu, Schotten dicht, ab auf das Sofa, Kuscheltier und Wärmflasche her und Wolken / Vögel / Schneeflocken (egal, Hauptsache nur) beobachten und nichts tun! So überstehe ich halbwegs den Tag.

 

Einen Tag später, am Montag haben wir das erste Teammeeting nach der Weihnachtspause. Wir dürfen im Lockdown Fortbildungen geben, die kommende Gruppe will vorbereitet werden, Glück im Unglück im Institut gehabt. Zu viert sitzen wir mit Maske am Tisch und machen eine kleine Rederunde, um zu hören, wie es uns gerade geht. Jede/r hat tatsächlich einen heiß-staubigen Sonntag auf dem Urviech hinter sich verbracht. Die Stimmung ist gedrückt. Tapfer geht es trotzdem gemeinsam ans Werk.

 

Ich merke das erste Mal mich auf diesem Urviech gegen den von ihm vorgegebenen Rhythmus innerlich zu sträuben!
Dieser runterziehende Langsam-Takt gefällt mir gar nicht. Mittlerweile weiß ich zwar, was mich selbst hält, aber was hält uns Menschen gemeinsam, wenn das Viech uns in den heißen Calima schickt und die Hitze uns alle niederdrückt und seelisch wirklich nix mehr geht?

„Was wirkt zwischen uns Menschen erbaulich und konstruktiv?“ frage ich mich während der Arbeiten. Nach 2 Stunden, als wir fertig sind, hole ich meine Leute nochmals zusammen und wir kommen im Kreis zum Sitzen. Ich schlage vor eine kleine Dankesrunde zu machen. Es muss nichts Großes sein und gerne teilt jede/r einzelne mit den anderen, was sie/ihn (trotzdem) dankbar sein lässt: Das Wasser aus dem Wasserhahn, das erste Weihnachten mit der Familie nach einer langen Trennung, die eigene Gesundheit, …. Die kleinen und größeren Geschenke des Lebens teilen wir miteinander und ein klein wenig später erstrahlen unsere vier glücklichen Gesichter wie unter einem erfrischenden, feinen Wasserfall in der Sommersglut.

Und das Urviech schaut interessiert in unsere Richtung, um dann aber auch schon wieder weiter mit uns zu ziehen. Da runter bin ich (und die anderen wahrscheinlich) noch lange nicht! Das wäre zu einfach.

Wir sind mittendrinnen in einer "Geschichte im Werden".
Wo es hingeht weiß keiner von uns. Möge uns der Reiseproviant nicht ausgehen und wenn doch, dann schnapp dir deinen Nächsten und erzählt ihm/ihr, wofür du gerade dankbar bist. Und wenn gerade keine/r da ist, dann erzähle es dir selber, aber laut! Das kann nämlich die trockenste Wüste in eine kleine Oase verwandeln und das ist in solchen Zeiten gut so, erhebend und das ist gebraucht und schön!

 

Gutes Durchruckeln uns allen also
und alles Liebe und Gute trotzdem dabei wünscht,

Tatjana


Persönlicher Text von Tatjana Bach Anfang Dezember 2020

Ihr Lieben,

lange habt ihr nichts von mir gehört.
Kurz vor dem nächsten harten Lockdown mag ich mich doch einmal bei euch melden. Wie in diesem wunderbaren kleinen Lied, was entstanden ist, als das Musikerpäärchen auf ihrem Kurzbesuch urplötzlich vom ersten Lockdown dort monatelang festgesetzt war (keep.going.on.song!), kann ich euch heute von uns auch berichten: „Ja, wir sind gesund! Uns geht es gut! Wir haben zu Essen....“ 

 

Denn nie zuvor hatten wir einen so ertragreichen Garten, wie in diesem Jahr!
Gerade heute, mittlerweile ist Dezember, konnte ich wieder Rosenkohl und Mangold ernten und das sind ganz sicher die Nachwirkungen vom harten Lockdown Nummer 1, als ich 10 Wochen lang zur Farmerin in diesem Frühjahr mutiert war.

Aber auch Städter mutierten, die in ihrer Großstadt sich zu stolzen „Regrow-Gärtner/in“ verwandelten. Absolut nachahmungswert!!

Seit dem Spätsommer möchte ich nun aber unbedingt Oma sein! Sie inspirierten mich wirklich zutiefst, die Omas for future. Wer mich kennt weiß, dass ich es nicht so dolle mag so viel über die Dinge zu reden, sondern wirklich mehr mag auch zu handeln und diese Omas „handeln aus Liebe zum Leben“ und das ist es wirklich, denn sie setzen sich in ihrer unvergleichlich wunderbaren Art und Weise für den Klimawandel von unten ein. Zum Beispiel produzieren sie Postkarten, die man und frau überall gut ausgelegen kann. Auf denen sind so unangenehme Sachen errechnet, wie z.B. dass meine Fahrt mit dem Auto in die Stadt ganze 5 Mülltonnen á 240 l Müll produziert. Jedes Mal! Und dabei sind es gerade mal gute 18 km hin und zurück. Also absolut unterstützenswert die Arbeit dieser Frauen! Omas for future

 

Und dann stolpere ich über andere Frauen: 2000 an der Zahl rund um die Welt verteilt und sie alle sprechen frank und frei, dass es eine Wohltat ist! Der Film ist frisch angelaufen. Women! Absolut sehenswert! Do not miss!

Und dann kurz vor Weihnachten fällt mir wieder ihr Name ein: Agnes!

Agnes war und ist mir ein großes Vorbild dafür, was die Kraft der Liebe wirklich in den zutiefst dunklen Schattenseiten von Leben bewirken kann. Wenn ihr noch nichts angeklickt habt, dann tut es bitte jetzt! Zutiefst berührend! Und mir immer wieder Hoffnung gebend, dass ein tiefer Wandel hin ins Erbauliche, Konstruktive und mit dem Leben gehende wirklich möglich ist. Aber schaut selbst: Die Geschichte von Leonhard

Und zum Schluss sei euch „meine“ Etty ans Herz gelegt.

Etty Hillesum´s Tagebücher habe ich wohl schon ganze fünf Mal in meinem Leben gelesen und werde es mir in diesen, besonderen Rauhnächten wohl wieder hervorholen. Sie war damals eine niederländische Jüdin, die nach ihrer Deportation nach Auschwitz im Jahr 1943 wenig später dort umkam. In den Jahren von 1941 bis 1943 entstanden ihre Tagebücher. Dort wird ihr Weg sichtbar, angesichts der Unmenschlichkeit, nicht in Resignation oder Haß zu verfallen: „Das Leben und das Sterben, das Leid und die Freude, die Blasen an meinen wundgelaufenen Füßen und der Jasmin hinterm Haus, die Verfolgung, die zahllosen Grausamkeiten, all das ist in mir wie ein einziges starkes Ganzes (…)….Ich finde das Leben schön und sinnvoll. Jede einzelne Minute.“

Verzweifelst du gerade an Corona und allen dessen Auswirkungen?
Dann lese ihre Tagebücher. Lass dich inspirieren, wie mit unmenschlichsten Gegebenheiten auch umgegangen werden kann!

Und ganz zum Schluss mein großer Dank an unsere Einzelretreatlerinnen hier bei uns in der Blume in diesem Jahr!
Eure Retreats haben unsere kleinen und größeren Bauvorhaben tatsächlich finanziell stemmen lassen. Das Haus ist wieder trocken: Oben links und unten rechts ist wieder repariert, abgedichtet und wohnlich, wohlig trocken gelegt! Sowie unser Zirkuswagen im großen Salamandergarten endlich seinen wohlverdienten „Carport“ erhalten hat! Mit seiner auch noch neuen WoMo-Heizung ist er dann auch

wohlig warm wie es sich für einen echten Muckelwagen aber auch gehört! Erzählt es rum, hier kann man und frau Nahweh-Urlaub machen!

Ihr Lieben, ich hoffe es geht euch gut!
Haltet durch!
Startet euren Salat auf der Fensterbank!
Lest erbauliche Sachen!
Tut nette kleine, konstruktive Dinge!
Gerade ist alles anders, als es je war.
Das ist auch gut so,
denn dann kann sich ja was ändern....
Macht einfach mit!

Liebe Grüße von Tatjana


Persönlicher Text von Tatjana Bach Anfang August 2020

Liebe Freundin! Lieber Freund!

Wir alle sind nicht mehr dieselben. Das Phänomen Corona prägt das Leben jeder einzelnen mittlerweile tief. Jetzt wissen wir: Bisher herrschte hohes Niveau, auf dem wir unser Wissen zum Besten gaben.
Jetzt ist jedoch die Zeit unser Wissen auch wirklich zu praktizieren.

In einer Welt der Dualität bist du es, die bewusst entscheidet wo du dich befindest: „Ist mein Glas halbleer oder halbvoll?“, „Ist mein Bedürfnis nach Körperkontakt halbleer oder halbvoll?“, „Ist meine Freiheit halbleer oder halbvoll?“ sind Beispiele für viele ähnliche Fragen, in denen wir uns alle gerade neu positionieren. In allerletzter Konsequenz heruntergebrochen sind diese Fragestellungen immer die eine und alles entscheidene Frage: „Entscheide ich mich für die Angst oder für die Liebe?“

Das Phänomen Corona bietet uns allen ein Brennglas die dual aufgebaute Struktur von Leben nochmals intensiver wahrnehmen zu können. Damit einher geht unweigerlich die Einladung mittels unserer Entscheidungskraft unseren freien Willen zwischen Angst und Liebe Tag für Tag neu zu trainieren. Nehmen wir als Beispiel den angeratenen physischen Abstand von 1,5 Metern.

Mensch ist jetzt frei zu wählen.
Der neue Umstand könnte angenommen werden und öffnet damit unerwartete Möglichkeiten und Erkenntnisse. In unseren Gruppen z.B. suchen wir geradezu die Entschleunigung im Kontakt. 1,5 Meter Abstand ist da nix, manches Mal stehen die Teilnehmer meterweise von einander entfernt in der Findung um den stimmigen Raum miteinander.

Somit könnte das Phänomen Corona mit seinen Auswirkungen auch eine echte Chance sein in der Begegnung mit einem anderen Menschen mehr als je zuvor in einen wirklich echten Kontakt zu kommen. Denn als quasi Nebeneffekt wird Entschleunigung und Abstand mitgeliefert. So kann dem eigenen Nachspüren, dem eigenen Fühlen was es denn wirklich mit mir macht, wenn ich dir begegne, mehr Raum gegeben werden. Beide Menschen hätten jetzt die Chance jenseits von Stereotypen sich wirklich zu begegnen.

Oder aber die auferlegte Abstandregel regt an in Möglichkeiten anderer „halbvolle“ Dimension mal zu schauen, die uns vorher nicht bewusst waren. Inspiriert durch das Phänomen Corona ist mein persönliches Projekt jetzt etwas anderes zu leben, als wie es in meiner alternativen Szene gepflegt wird.
Inspiriert durch die auferlegte Regel will ich nun 1 Jahr lang erfahren nicht mehr stereotyp bei der Begrüßung oder Verabschiedung zu umarmen. Ich faste seit März Umarmungen und körperliche Nähe bewusst und nenne das "meinen Kronen-Abstand". Ich halte ihn, frei gewählt, ein, um auszuprobieren, was das langfristig mit mir macht. Ich erahne nochmals tieferes Sinken in mich selber hinein. Bin aber noch nicht am Ende meines Projektes. Ich werde sicherlich noch berichten...
(Das Bild ist entstanden, als Jennifer goldenen Papp-Kronen von ihrer Geburtstagsfeier mit ins Büro brachte. Da lag es für Patricia und mich nicht mehr fern den "Kronen-Abstand" mal so ganz ernst zu demonstrieren. Erkennst du die echten Kronen um unseren jeweiligen Schoß?)

Der Mensch ist frei zu wählen!

Mensch könnte aber auch sein Bedürfnis nach Körperkontakt jetzt als „halbleer“, also von außen eingeschränkt für sich selbst einstufen und dementsprechend ärgerlich und wütend darüber sein.

Etty Hillesum lebte in nicht vergleichlichen Herausforderungen. Trotzdem mag ich sie hier zitieren.
Als verfolgte Jüdin hat sie meine höchste Achtung bezüglich ihres Ringens um die Liebe in einer Welt, die sie letztendlich umbrachte.

Sie schreibt im März 42 in ihr Tagebuch: „In dieser Weise wird sich der Schmerz in der Welt vielleicht verringern; wenn jeder trägt, ehrlich und treu und erwachsen das trägt was ihm zugewiesen wird. Aber wenn man den Schmerz nicht die ehrliche Bleibe gibt und Hass und Rachgier den meisten Raum verleiht, woraus wieder ein neuer Schmerz für andere geboren wird, ja dann nimmt der Schmerz in dieser Welt nie ein Ende und wird sich immer vermehren.“

Wut ist immer ein Sekundärgefühl, in dem Sinne, dass sich dahinter immer Schmerz und Trauer verbergen. Praktizierte Seelenhygiene nenne ich mittlerweile eine Lebenshaltung inneren Bewegungen wie auch der Wut z.B. Raum in meinem alltäglichen Leben zu geben.

Fühle ich mich von außen eingeschränkt, komme ich persönlich meiner Ohnmacht als Kind gefährlich nahe und bin damit aber sofort ersteinmal in meiner vor Wut schäumenden Tigerin katapultiert.
Diese braucht jetzt ihren Raum!
Habe ich dann genug z.B. im Wald rumgeschrieen oder genug Boxsäcke geschlagen bin ich von ihrer Überladung entlastet, so dass ich in natürlicher Art und Weise jetzt anfange meine Trauer und meinen Schmerz fühlen zu können.
Bestenfalls hole ich mir jetzt auch noch eine Sitzung, um diesen Schmerz in Kontakt mit einem Menschen zu bringen, der ihn auch wirklich halten kann, um so noch tiefer anzunehmen und zu integrieren. Damit hat mein Schmerz eine „ehrliche Bleibe“ bekommen und nicht „Hass noch Rachgier“ haben jetzt eine Chance. Die Entscheidung fiel also dieses Mal zugunsten der Liebe...

 

Wir alle sind nicht mehr dieselben! Angst oder Liebe?
Ein großes Trainingsfeld öffnet sich mit dem Phänomen Corona unser angelerntes Wissen auch wirklich zu praktizieren! In diesem Sinne alles erdenklich Gute wünscht,

Tatjana

Persönlicher Text von Tatjana Bach Anfang Juli 2020

 

Liebe Freundinnen und Freunde!

Nach wie vor und gerade jetzt tue ich, was ich immer schon tat: Ich halte Ausschau danach, was entspannt und gut tut. Aus dieser Grundhaltung heraus ist u.a. die Schoßraum®-Prozessbegleitung entstanden. „Schoßraum ist doch eher eine Lebenshaltung“ hören wir oft in unseren Kursen.
Meines Erachtens eine Lebenshaltung, die jetzt umso wichtiger in diesen unsicheren Zeiten ist.

Denn mit den jetzigen Corona-Zeiten offenbart sich dem Menschen mehr und mehr eine uns alle betreffende Krankheit und in seinem neuen Artikel zitiert Martin Winiecki den indigenen Dr. Jack D. Forbes zu der von ihm beschriebenen Wetiko-Epidemie:

„Die Algonquin und andere indigene Völker bezeichneten die Geisteskrankheit des weißen Mannes, der im 15. und 16. Jahrhundert in ihren Heimatländern ankam, als „Wetiko“. Wörtlich übersetzt bedeutet das Kannibalismus: „der Konsum eines anderen Lebens für den eigenen privaten Nutzen oder Profit.“
Forbes schließt daraus: „Diese Krankheit ist die schlimmste Epidemie, die der Mensch jemals erlebt hat.“

Wetiko – oft als mentales Virus verstanden – verbreitet die tiefsitzende Illusion, als Mensch hoffnungslos im Käfig eines von der Welt getrennten Egos gefangen zu sein. Aus dieser Perspektive der Isolation erscheinen andere entweder als Konkurrenten oder (mögliche) Beute. In einem Weltbild der Angst erscheinen Kampf und Ausbeutung als rational – und Anteilnahme als lächerliches und sentimentales Gefühl.

 

Nach 5000 Jahren Patriarchat, 500 Jahren Kapitalismus und 50 Jahren Neoliberalismus bestimmt die Wetiko-Krankheit fast alle Bereiche unserer westlichen Gesellschaft. Dass wir ein ökonomisches System akzeptieren, welches die größtmögliche Vernichtung der natürlichen Welt als „Erfolg“ feiert, ist ein Symptom unserer Infizierung mit dem Virus.

 

Wetiko hat unsere Herzen betäubt und macht es uns unmöglich, die Heiligkeit und den Schmerz des Lebens zu empfinden – weder in uns noch um uns herum. Unzählige Wesen gehen heute an dieser chronischen Unfähigkeit zum Mitgefühl zugrunde.“ Forbes schließt daraus: „Diese Krankheit ist die schlimmste Epidemie, die der Mensch jemals erlebt hat.“

 

„Welchen Wolf füttere ich?“
Den Wolf, der mir Angst macht? Mich im Wetiko sein lässt?
Oder den, der mich entspannt? Mich weitet und mir damit eventuell neue Aus- und Einsichten schenkt? Und daraus heraus in vielleicht verfahrenen Situationen mir neue Handlungsfähigkeiten eröffnet?
Das sind jetzt die Fragen einer aktiv gelebten Selbstermächtigungspraxis angesichts der weltweiten Krise.

 

Und so halte ich mehr denn je gerade in diesen Zeiten Ausschau nach Futter für den Wolf, den ich mir an die Seite wünsche: Den, der uns alle unterstützt in unserer Berührbarkeit, Menschlichkeit und konstruktiver Handlungsfähigkeit zu kommen, zu bleiben, zu sein.


So wie z.B. Anke Mrosla in ihrem letzten Rundbrief schreibt: „Einen Handlungsansatz für diese Erschütterung(en) bieten mir zur Zeit vor allem die Grundprinzipien der koreanischen Kampfkunst Shinson Hapkido. ... Die Lehrmethoden sind Liebe und Vertrauen, Geduld, Respekt und Demut

 

Liebe und Vertrauen sind Grundqualitäten oder Grundrechte des Menschseins. Wir bekommen sie im Idealfall in Fülle mit von unseren Eltern, Lehrern und Erziehern in der Zeit unseres Aufwachsens. Sie sind eine Art von unverbrüchlich in uns angelegter Gesundheit, die zwar durch ungünstige Umstände, wie Vernachlässigung, Gewalterfahrungen, Stress und Angst verschüttet sein, uns aber im Kern niemals genommen werden kann.

Geduld, Respekt und Demut sind die Qualitäten, bei denen es an uns liegt, sie zu üben oder - wie Sonsanim Ko Myong sagt - sie zu trainieren. Was ändert sich in mir, wenn ich meinen Mitmenschen mit Respekt begegne, auch wenn sie an Ansteckung glauben oder wenn sie Impfgegner sind oder wenn sie sich durch eine Corona-App sicherer fühlen oder wenn sie davon überzeugt sind, dass diese App nur unserer Überwachung dient… Was geschieht in meinem Umfeld, wenn ich die Geduld aufbringe, mich mit den Pro´s und Kontra´s zu beschäftigen, ohne in den Kampf für die eine oder andere Überzeugung einzutreten? …..

Demut als Qualität hat zu tun mit der Anerkennung meiner Begrenztheit, dass ich als Einzelwesen es hier und jetzt im Angesicht von Corona, Klimaerwärmung, EZB gemachter Geldschwemme und den in diesem Frühjahr an die Oberfläche gespülten gesellschaftlichen Missständen nicht wissen kann, was DAS RICHTIGE, was DIE WAHRHEIT ist.

Was mir bleibt ist in Verbindung zu sein mit meinem gesunden Menschenverstand, meinem mitfühlenden Herzen, meinen widersprüchlichen Gefühlen, sprich meiner Menschlichkeit. Und was ich in jedem Fall tun kann ist, in mir und in meinem Umfeld für Dialog sorgen, für Empathie, für eine Atmosphäre respektvollen Interesses und daraus die Handlungen erwachsen lassen, die Sinn machen.“

Und auch bei Osho werde ich wieder fündig. Er lässt mich wissen, dass sich eigentlich gar nix verändert hat. Auch eine sehr hilfreiche Sicht auf die Dinge der jetzigen Zeit:
„Zeiten der Katastrophe machen auf die Realität aufmerksam, wie sie ist. Sie ist immer zerbrechlich. Jeder ist immer in Gefahr. Nur in normalen Zeiten schläfst du tief und fest, deshalb siehst du die Gefahr nicht: Du träumst und stellst dir schöne Dinge für die kommenden Tage und für die Zukunft vor. Aber in Momenten, in denen Gefahr droht wird dir plötzlich bewusst, dass es keine Zukunft geben kann, kein Morgen, dass dies der einzige Moment ist, den du hast.
Katastrophenzeiten sind also sehr aufschlussreich. Sie bringen nichts Neues in die Welt. Sie machen dich einfach auf die Welt aufmerksam, wie sie ist - sie erwecken dich. Wenn du das nicht verstehst, wirst du verrückt werden. Wenn du das verstehst, kannst du erweckt werden.“ Mich beruhigt diese Aussage zutiefst, schon wieder ein Stück mehr Entspannung....

 

Nach wie vor erlebe ich an mir, dass ich wesentlich weniger konsumiere und kaufe und brauche und verschwende, wenn ich in diesem Sinne für mich sorge. Bin ich genährt hat die Wetiko-Epedemie weniger Macht über mich! Also halte ich mich gerade jetzt daran mich weiterin auf die Entspannung auszurichten und gehe immer wieder in die Findung von dem Erbaulichen, Konstruktiven und das Leben fördernden. Welche Informationen sind erbaulich? Welche nicht? Welche Umgebungen tuen gut? Welche nicht? Was gibt Kraft, Unterstützung, Inspiration? 

Kraft gibt mir persönlich besonders die Natur und unser Wildgarten mit den Sofas im ganzen Garten verstreut, auf denen ich liegen kann und die Blätter in den Bäumen atmen und die Wolken am Himmel malen sehe.

 

Neuerdings können auch Gäste bei uns in diesen Sofas Kraft tanken. In unserer Blume kann nun offiziell geurlaubt werden: In dem Zirkuswagen in unserem großen Salamandergarten, in der großen Gästewohnung oder in den kleineren Gästezimmern im angrenzenden Pensionshaus.


Du bist eingeladen diesen Sommer bei uns zur Ruhe und Besinnung zu kommen und Entspannung zu tanken. Schoßraum®-Prozessbegleiterinnen begleiten dich gerne, Vagus-Entspannung und Klang-Massagen gibt es gleich nebenan und der Wald beim angeleiteten Waldwandeln ist direkter Nachbar.

 

Lasst uns gerade jetzt in die Findung gehen. Was entspannt? Weitet? Mich? Dich? Uns? Wie geht ein erbauliches, konstruktives Leben zum Wohle aller Beteiligten? Zum Wohle von Menschen, Tieren, der  Natur, des Planeten.... wirklich aller Beteiligten?

 

Ich glaube nach wie vor die Entspannung ist ein wesentlicher Schlüssel zum Wohle aller und freue mich auf die gemeinsame Findung bei Kongressen, Kursen, Einzelarbeit oder aber beim Urlauben bei uns.

 

Macht was draus! Jetzt ist die Zeit!
Liebe Grüße von Tatjana

 

Persönlicher Text von Tatjana Bach Anfang Mai 2020

Liebe Freundinnen und Freunde!

6 Wochen zuvor schrieb ich hier an dieser Stelle, dass ich davon ausgehe, dass jetzt eine Zeit beginnt, in der das Wesentliche hervor kommen wird. „Nutzen wir die Chance“ stimmte ich dem zu und begab mich in unseren, vom Institut freiwillig gewählten, Shutdown.

Den besonderen Zeiten geschuldet war, dass ich trotzdem weiterhin meine wohlgewählten Informationskanäle nutzte und holte mir in der nächsten Zeit immer wieder mal Informationen aus erster Hand:

Aus Italien hörte ich: „So viele Tote...“

Aus New York City hörte ich: „Und dann kam die Nacht, als ich deutlich merkte, wie mein Körper dieses Ding einfach noch nicht kennt und dem nichts, aber auch gar nichts, entgegenzusetzen hatte. In dieser Nacht kämpfte ich nur noch darum, nicht in die Warteschlange der Tragebahren eingereiht zu werden, die an den Notfall-Aufnahmestationen der Krankenhäuser bis auf die Straße hinaus Schlange standen.“

Mehr brauchte ich nicht zu hören.

Ich nehme bis heute ernst, was empfohlen wird, um die enorme Anschubkraft von Erkrankungen abzumildern. Mir ist auch klar, dass es kein „nach Corona“ mehr geben wird, nur ein „mit Corona danach“.

Mir kam der Shutdown im Institut auch entgegen: Ich war damit im Retreat gelandet: 49 Tage Stille, Rückzug, Mäßigung und Besinnung liegen nun hinter mir.


Anfang Mai endet nun diese Zeit und ein neues Gespräch war nun nötig mit denjenigen, mit denen ich mich in den Belangen rund um das Institut bespreche, neuerdings auch zu dritt. Ich und meine langjährige Freundin und Miterarbeiterin der Fortbildung, Johanna Roth, holen dieser Tage auch Detlef Scholz zu unseren Besprechungen dazu. Detlef ist mein geschätzter Kollege in der Forschungsreise im Institut zum Thema „Die SPB und die Männer“.

Wir treffen uns also virtuell und in unserer Befindlichkeitsrunde bin ich verblüfft, was ich höre. Jede/r von uns erzählt, wie wir im Großen und Ganzen selbst recht gut durch die Zeit kommen, bis auf, wie verstörend es sei, wahrzunehmen, was in unserem näheren Umfeld passiert: Verschwörungstheorien, egal welcher Couleur, greifen in unseren Freundeskreisen um sich und jede/r von uns ist irgendwie davon mehr oder minder betroffen.

Wir erkennen, dass virtuell danach gegriffen wird, was innerlich als passend empfunden wird: "Take what you want" beschreibe ich dieses Phänomen schon im März im Logbuch.
Das Internet liefert heutzutage die jeweils dem Suchenden als passend empfundene "Wahrheit“:

- Die Guten werden überleben...

- Die Erde rächt sich....

- Die Pharmaindustrie manipuliert...

- Die Außerirdischen brauchen Energie...

- Die Demokratie ist gefährdet…

- Die Wahrheit ist verboten...

Bei vielen vermute ich einen Kern, der tatsächlich in der Realität gegründet ist. Darüber legen die Menschen dann schichtweise ihre eigenen Thesen, kann Psychologe Roland Imhoff erzählen, dessen Forschungsinteresse auch der Verschwörungsmentalität und den „datengetriebenen Ansätzen zur inhaltlichen Beschreibung von Stereotypen“ gilt.

Diese Kerne, jetzt umhüllt mit diesen Schichten, werden dann gefühlte Wahrheiten und in meinem Bekanntenkreis habe ich am Rande miterleben können, wie ehemalige Freunde sich um ihre jeweiligen Wahrheiten geradezu zerstritten.

Seit Anbeginn beobachte ich mich diesbezüglich: Positioniert es sich auch in mir? Das tut es immer noch nicht und jetzt höre ich von meinen zwei nächsten Menschen im Schoßraum-Institut, dass sie eine ähnliche Position vertreten wie ich, nämlich keine innerhalb von den vielen Positionen, die uns gerade angeboten werden.

"Wir müssen lernen mit dem Nichtwissen sein zu können. Sobald wir wissen wollen, werden wir greifen und sobald wir greifen, meinen wir die Wahrheit zu haben und damit ist deine Wahrheit dann schon nicht mehr wahr. Du bist damit dann falsch und ich richtig und damit sind wir wieder in der Trennung gelandet und das will ich nicht mehr." sage ich und Johanna erwidert:

„Ein Beispiel dafür ist die Ansicht, dass die Frequenz auf unserem Planeten sich derzeit erhöhe, und dass alle Menschen, deren Frequenz nicht hoch genug sei, sich von allein (durch Sterben) aussortieren werden. Für mich ist das ein zutiefst sozialdarwinistischer Gedanke, und der führt letztlich zu Entsolidarisierung und Trennung in Gut und Böse, in wertes und unwertes Leben.“

„Gerade diejenigen, die sich so gerne auf die Liebe berufen und diese immer hochhalten, gerade diejenigen proklamieren dieser Tage gerne die Sachen, die aber doch erst einmal nur Angst machen, und keine Liebe kreieren“ erwidere ich und Detlef ergänzt, dass wir zur Zeit in einer Situation weltweit leben, in der viele, viele Menschen mit Unsicherheiten und Ängsten konfrontiert sind, die sie so noch nie zuvor gehabt haben und auf diesem Boden diese Theorien nochmals viel mehr Nährstoff bekommen können.

 

Roland Imhoff kann nach seinem jetzigen Forscherstand bestätigen, dass oft jene Menschen zu Verschwörungstheorien neigen, die mehr das Gefühl haben, weniger Kontrolle über ihr Leben zu haben. Und die jetzigen Lebensumstände sind so gelagert. Wir haben einfach weniger Kontrolle über das eigene Leben.

„Zunächst ist es wichtig, wahrzunehmen, was gerade ist, und wie es uns wirklich geht damit.“ meint Johanna dazu. „Wir verlieren gerade alle viel. Sicherheiten, Freiheiten, konkrete Menschen, die sterben, und andere, die an den gesellschaftlichen Veränderungen zugrunde gehen, ohne dass das sichtbar ist. Es ist wichtig, den Schritt des (Mit-)Fühlens nicht zu übergehen. Und um das zu können, ist es gut, Selbstregulierung zu üben – und Selbst-Mitgefühl. Und mehr und mehr müssen wir nicht nach Außen projizieren. Und dann, wenn wir mit uns und mit der Welt fühlen, dann werden daraus vielleicht die nächsten Schritte klarer, und es erwachsen die wirklich nachhaltigen Visionen zu dem, was sich entwickeln kann, und was jetzt zu tun oder zu lassen ist. Individuell und kollektiv.“

 

Ein wesentliches „Werkzeug“ der Schoßraum®-Prozessbegleitung ist die Selbstregulierung. „Dich selbst für wahr nehmen“ nennen wir mittlerweile die Video-Schoßraum-Prozessbegleitungs-Sitzungen. Wir alle sind zutiefst berührt, wie tief eine zu begleitende Person mit sich selbst in Kontakt kommen kann, wenn Begleitung im Sinne von Schoßraum neue Kanäle für sie selbst öffnet. Dafür muss keine Distanz vorhanden sein, funktioniert aber eben auch wunderbar in einem virtuellen Video-Call.

Denn erst wenn ich bei mir ganz gelandet bin, muss ich den anderen nicht anders haben, als er ist. Dann habe ich die Größe ihn sein zu lassen und so besteht dann die Möglichkeit in wahren Kontakt zu kommen. Oder auch wahrnehmen zu können, was der Kontakt zu vielerlei Theorien rund um Corona mit uns macht. Dieter Halbach drückt es so aus: „Das Virus könnte so gesehen eine Metapher, ein Werkzeug, für mehr Aufmerksamkeit in unserer gegenseitigen Beeinflussung sein. Der Abstand wäre dann hilfreich, wenn er zu mehr Wahrnehmung führen würde.“

„Ich gehe davon aus, dass es auf der Welt Verschwörungen gibt, dennoch halte ich es nicht für sinnvoll all diesen Theorien und Mutmaßungen blind zu folgen. Was mir fehlt ist der Dialog zwischen den Weltanschauungen. Eine von der offiziellen Berichterstattung abweichende Meinung als Verschwörungstheorie abzustempeln ist ebenso fragwürdig wie hinter Allem die Konspiration einer Geheimregierung zu vermuten.“ schreibt Pablo Hess und Jonas Duhme im Rundbrief vom Ökodorf Siebenlinden:
"In einer Zeit, in der ... sich Meinungen radikalisieren, wollen wir den Menschen hinter der Meinung nicht vergessen. Das erfordert die in den letzten Jahren so oft gepriesene Toleranz und eine ordentliche Reflektion darüber (denn „tolerare“ (lat.) heißt ja übrigens auch nichts anderes als „aushalten“). Sollte es in unseren Diskussionen nicht vor allem darum gehen, den andersdenkenden Menschen nicht aus den Augen zu verlieren und dass wir mit Achtung und Respekt miteinander in solchen Fragen ringen können?“
Charles Eisenstein bringt die schier unendliche Flut im Internet auf den Punkt: "Ich habe meine Meinung, aber wenn ich im Verlauf dieser Notsituation eines gelernt habe, dann ist es, dass ich nicht wirklich weiß, was passiert. Ich kann mir nicht vorstellen, wie das überhaupt jemand kann, inmitten dieses brodelnden Gemischs aus Nachrichten, Fake-News, Gerüchten, zurückgehaltenen Informationen, Verschwörungstheorien, Propaganda und politisierten Narrativen, von denen das Internet voll ist. Ich wünschte mir, dass viel mehr Menschen dieses Nichtwissen begrüßen könnten."

„Aushalten scheint bei all dem offline tatsächlich weitaus besser zu funktionieren als online: Ich kann dem anderen liebevoll begegnen, auch wenn ich seine Meinung nicht teile. Ich kann fühlen, sagen und vor allem zeigen: Ich teile deine Meinung nicht, aber das heißt nicht, dass wir nicht zusammengehören. Aushalten, liebe Leser*innen!" schreibt Jonas Duhme zum Abschluss.

So „halten wir aus“, bzw. tolerieren wir, eine Freundin von mir und ich, dass sie sich tief und ausgiebig im Internet dort kundtut, wo ich klare Grenzen setze. Wir halten den Kontakt zueinander und wir haben Gespräche und in beiderseitigem Respekt halten wir inne, wenn es für die ein oder andere zu viel wird. Ihr habe ich auch gesagt: „Wenn es wirklich so weit kommen sollte, dass ich was wissen muss, dann schreibe mir eine Mail. Aber solange das nicht nötig ist, solange möchte ich gerade die jetzige Zeit nutzen wieder aufzutanken und zum Wesentlichen zu kommen.“ Das unterstützt sie auch gerne, sie weiß wie anstrengend die letzten Jahre für mich waren.

 

In diesem Zusammenhang mag ich auch von einer Frau erzählen, die zurzeit bei uns im virtuellen Schwesternkreis Teilnehmerin ist. Sie ist vor kurzem umgezogen. Mit ihren dortigen, neuen Nachbarn hat sie schon im Garten gesungen, Gitarre gespielt und nette Abende verbracht. Am 20.4. feiern diese dort Hitlers Geburtstag. Darüber ist sie zutiefst erschrocken und der erste Impuls war sich vollends zu distanzieren. Doch mit den Tagen besinnt sie sich mehr und mehr, dass sie jetzt erst recht den Kontakt halten will: „Ich möchte ihnen weiterhin auf der menschlichen Ebene begegnen, so wie wir es bisher taten!“ erzählt sie uns. „Wer weiß? Vielleicht eröffnen sich so neue Inspirationen für sie, wenn sie mich näher kennenlernen?“ Sie nimmt das, für mich immer noch Nicht-zu-nehmende, an! Sie hält es! Und sie hält es aus, sprich: Sie ist laut Definition tolerant. Meine Achtung dafür, auch wenn ich erleichtert bin, nur mit deutscher Campingkultur hier bei uns in der Blume Seit an Seit zu leben.

Mit Menschen, die nicht aus meiner Szene stammen, mit diesen Menschen in Kontakt zu kommen oder mit Menschen, die meine Werte verlassen, weiterhin in Kontakt zu bleiben, das sind meines Erachtens handfeste, alltagstaugliche, konstruktive Anregungen für unsere Krisenzeit.

 

Auch Pablo Hess lenkt den Fokus auf unsere eigene Handlungsmacht: „In dieser ver-rückten Zeit richte ich meine Aufmerksamkeit auf das, was ich selber bestimmen und ändern kann. Ich will diese gewaltige Energie der Krise nutzen um den Wandel in Medizin, Wirtschaft und Politik zu visionieren, zu formulieren und zu installieren. Kraftvoll ist es, wenn ich mein Einkaufsverhalten ändere (regional, biologisch, nachhaltige Produkte, Qualität vor Quantität), mein Geld den Banken entziehe und selber in sinnvolle Projekte investiere oder nötige Kredite von Freunden erbitte und Politiker wähle, denen ich vertraue. Wir haben wesentlich mehr Macht als wir glauben!“

 

Die Schoßraum-Prozessbegleitung wurde oft als Methode radikaler Selbstermächtigung bezeichnet.

Jetzt ist die Zeit dieses anzuwenden. Immer war es in der Schoßraum-Prozessbegleitung darum gegangen, die eigene Wahrheit zu finden, neu zu erleben, neu zu beleben oder einfach nur die eigene Wahrheit auszudrücken, zu zeigen, zu sein. Und die eigene Wahrheit findet sich drinnen, drinnen in mir und drinnen in dir. Auf gar keinen Fall draußen.

In diesen Zeiten kann es aber herausfordernd sein, sich dem Wesentlichen zuzuwenden, nach Innen zu lauschen, sich auf sich selbst zu besinnen. Im Außen ist es gerade jetzt sehr extrem, anders, neu, aufwühlend und unsicher, egal in welche Richtung wir gucken: Geld, Arbeit, Schule, Kontakte, soziales Leben. Und genau deshalb brauchen wir gerade „… Menschen um uns herum, die zulassen können, und es auch sagen, dass sie verunsichert sind, Angst haben, sich Sorgen machen, dass sie wütend sind, dass sie erschöpft sind, dass sie ratlos sind. Die all das nicht wegmachen müssen. Die sich also der Realität³ stellen (können). Und die dann sagen, okay, und was machen wir jetzt damit? Was sind die kleinen Dinge, die ich gerade tun kann? Und die das dann mit großer Liebe tun können, weil ihr Herz eben nicht dicht machen muss, um auch die anderen Gefühle nicht zu spüren“ wie some_of_many im Blog schreibt.


Auch ich ahne, dass es die Liebe im Inneren ist, die uns jetzt irgendwie da durch die Tage der Krise tragen wird. Im „Hohelied der Liebe“ finde ich: „Die Liebe höret nimmer auf, wo doch das prophetische Reden aufhören wird und das Zungenreden aufhören wird und die Erkenntnis aufhören wird. Denn unser Wissen ist Stückwerk und unser prophetisches Reden ist Stückwerk.“ 

Das Nicht-Wissen aushalten zu können ist vielleicht die hohe Kunst der jetzigen Zeit das Gesamtwerk halten zu können. Denn jede Theorie ist nur Stückwerk.

 

Jetzt gilt anzuwenden, was wir alle hier in diesem Verteiler uns eigentlich schon alle angeeignet haben: sich selbst zu regulieren im Sinne von alles tun, was uns hilft, uns selbst wahrzunehmen, liebevoll anzunehmen, was ist und bestmöglich das tun, was hilft, uns in Kontakt mit uns und dann mit anderen zu bringen.

 

Die Schoßraum-Prozessbegleitung unterstützt dabei. Mehrere Prozessbegleiterinnen bieten jetzt auch online oder telefonisch ihre Sitzungen an und das Angebot auf Spenden Basis in einer Video-Sitzung „Dich selbst für wahr nehmen“ hat sich bis zum 2.7. verlängert.

 

Mich unterstützt in meiner Selbstregulation folgendes: Ich hole mir Informationen aus erster Hand und wähle bewusst meine virtuellen Informationskanäle. Nur was ich als „konstruktiv, erbaulich und dem Leben dienend“ wahrnehme, erreicht mich sowieso schon länger.

Ich pflege den respektvollen Umgang mit Andersdenkenden bewusst auf der menschlichen Ebene und habe eine Freundin gebeten sich bei mir zu melden, falls doch „die Welt untergeht“ und ich irgendwas wissen sollte.

Ich nehme mich selbst „für wahr“ und besinne mich so oft es mir einfällt auf „meinen heutigen Tag, Stunde oder Minute im Hier und Jetzt“.

Ich weiß um unsere Dualität und dass jede Seite auch ihre andere Seite hat und ich mich immer auf die Seite fokussieren kann, die von mir als „konstruktiv und erbaulich“ empfunden wird und kriege ich es innerlich mal nicht ins Konstruktive gedreht und stürze ab, betreibe ich Seelenhygiene, lasse die Welle zu und fühle - und nach einer gewissen Zeit reguliere ich mich dann selber raus.

Und braucht das Ganze aber menschlichen Kontakt, dann hole ich mir meine Leute an die Seite oder gönne mir eine Sitzung.

 

Zuletzt kann ich eigentlich nur zutiefst entspannen,

weil ich in diesen turbulenten Zeiten einfach nichts wissen kann.

Wie erleichternd aber auch!!

 

Denn, wie some_of_many schreibt: „Es braucht keine „neuen Menschen“. Es braucht die guten alten, fehlbaren, menschelnden Menschen, die ganz kleine Dinge tun, und vielleicht mit ganz großer Liebe, aber ein kleines bisschen Liebe reicht auch.“

Herzlich willkommen!

Wir im Institut jedenfalls haben nochmals unseren freiwilligen Shutdown verlängert. Bis zum 2.6. ist nochmals mehr Zeit für das Wesentliche. Nutzt die Chance. Es gibt viel zu tun. Alltagstaugliche, konstruktive und erbauliche Ideen für die Praxis ganz nah dran am menschelnden Menschenleben wollen gefunden werden! Theorien dürfen jetzt mal ein bisschen warten...

Liebe Grüße von Tatjana

 

 

Persönlicher Text von Tatjana Bach im Mitte März 2020

Ihr Lieben,

dank den Auswirkungen von Corona kann weltweit auch etwas erfahren werden, was mir persönlich zutiefst am Herzen liegt: die Entschleunigung. „Entschleunigung bringt das Wesentliche wieder hervor, um nichts anderes geht es mehr!“ schreibe ich im Spätsommer hier an dieser Stelle. Jetzt ist es so weit!

 

Diese Tage erfahre ich, dass doch noch Gesundheit und Leben einen hohen Stellenwert in unserer menschlichen Werteskala hat. Alle Welt ist darum bemüht die Rasanz aus dem Geschehen rauszunehmen, damit der jeweilige aktuelle Stand der schwer Erkrankten nicht die jeweilige aktuelle Kapazität von Notfallbetten / Beatmungsgeräten übersteigt. Corona kommt so oder so, frau und man ringt und hofft lediglich nur noch um eine Entschleunigung der Geschehnisse, damit die, die es hart erwischen wird, auch die Chance kriegen weiter leben zu können.

Es geht um Leben. Und dafür hebt die industielle Weltbevölkerung, diejenige, die auf den Punkt des no returns im Klimawandel vorprescht, sich selbst urplötzlich aus ihren hochgeheizten Fußfesseln. Und unser wunderbarer Planet atmet auf!

Herzlich willkommen im Leben!

 

Nutzen wir also die Chance!

 

Im Institut hatten wir noch letzten Sonntag eine Telefonkonferenz, in dem es darum ging, wie wir mit den blitzartigen sich verändernden Verhältnissen umgehen. Wir entschieden uns dafür Verantwortung zu übernehmen, indem auch wir dazu beitragen die immense Antriebskraft der Verbreitung möglicherweise reduzieren zu können, indem wir keine Menschen mehr zu uns reisen lassen. Auch nicht zu unserer SPB 2020, auf die wir alle uns so sehr freuten. Frau Merkel setzte Tage später einen drauf und jetzt ist es auch amtlich verordnet:

Entschleunigt! Bleibt so viel wie möglich zu Hause!

Bis zum 8.Mai werden ersteinmal alle öffentlichen Aktivitäten im Institut nicht stattfinden. Nach unserem Senkrechtstart mit wunderbarer Eröffnung der neuen Seminarräume und gefühlten 5 Gruppen in nur 4 Wochen: Rumms, Ende! Wir und mit uns auch all die anderen - von nichts auf gleich – im verordneten Besinnungsmodus!

 

Wer hätte solch einen Vorgang orchestrieren können?

Keiner von uns. Leila Dregger schreibt: „Ganz gleich ob das Virus nun menschengemacht oder naturgegeben ist: Er zeigt uns, wie fragil die globalisierten Systeme sind und dass die Menschheit in der Lage ist, ihr kollektives Verhalten von einem Tag auf den anderen grundlegend zu verändern. Nehmen wir den erzwungenen Pausen-Modus, um uns vorzustellen, wie eine heilende Veränderung unserer Gesellschaften funktionieren könnte! Wie werden wir uns versorgen, mit wem in unserer Umgebung können wir zusammenarbeiten, was werden wir tun, wenn tatsächlich die globalen Systeme zusammenbrechen?“

Hier sitzen wir also in unserem Schoßraum®-Institut, in der Blume, im Stillstand!

 

Leila Dregger: Es sind jetzt „Dinge möglich, die niemandem sonst gelangen, weder den Klimastreiks und Umweltaktionen der letzten Jahre noch der UNO in ihren ganzen Jahren des Bestehens noch allen Bemühungen, Bedrohungen, Appellen, Bewegungen, Wissenschaftlern, dem Papst oder sonstigen Autoritäten: entschlossenes, rigoroses Handeln über alle Grenzen hinweg.“

Ich erahne, dass wir uns mit den von ihr gestellten Fragen die nächsten Wochen und Monate beschäftigen werden. Und ich erahne, dass viele, viele andere Menschen vor ähnlichen Herausforderungen und Anforderungen stehen. Caren Miosga traf es gestern auf dem Punkt, als sie sagte: „Dieses Land lernt gerade stündlich dazu,.. was es heißt das Heute so zu leben, wie wir das Morgen noch verantworten zu können.“ Das sind geradezu spirituelle Ansätze und das in den deutschen Tagesthemen! Neue Chancen gilt es jetzt also gemeinsam anzugehen!

Auf unserer Homepage wird es ab sofort ein kleines Logbuch von mir geben. Dort berichte ich, was in diesen Zeiten von Umbruch und Wandel mich persönlich hier in unserer Blume beschäftigt. Ich erahne Bewegungen, die inspirieren können.

 

Meine erste Bewegung in diesen neuen Zeiten, nicht im Außen, aber im Innern, war: „Mir halbwegs kräftigen Menschen kann es nicht darum gehen, mich nicht anzustecken, sondern es geht nur darum meinen Mitmenschen bestmöglichst nicht anzustecken!“

Also, lasst uns die Hände waschen, tief durch atmen und die immense Chance in der zwangsverordneten Pause nehmen: Weite mehr und mehr Entschleunigung in deinem System, fühle Element Erde unter dir, bauche mehr denn je, mach Kontakt zu deinem Schoß und bleib vor allem gesund und munter in diesen bewegenden Zeiten!

 

Entschleunigung bringt das Wesentliche wieder hervor, um nichts anderes geht es mehr!

Alles erdenklich Gute wünscht dir,

Tatjana

Persönlicher Text von Tatjana Bach im Februar 2020

Ihr Lieben,

wo beginnt neues Leben, wenn nicht bei uns?

Alltagstauglich und leicht integrierbar wünsche ich mir seit jeher Veränderungen, die zu einem konstruktiven und das Leben fördernden Leben für uns alle führen. Und damit meine ich wirklich alle: Mich, meine/n Liebespartner/in, wie die/den Nachbarn/in nebenan, genauso viel wie meine Umwelt, die Natur, die Tiere, alle die beteiligt sind an meinem kleinen Leben, das nämlich ein Ausschnitt vom großen ganzen Leben an sich ist.

Mit der Schoßraum®-Prozessbegleitung ist eine Herangehensweise an sich selbst und das Leben geschaffen worden, die in ihrer Wirksamkeit genau dort wirkt: schlicht und tief bis in unseren Alltag hinein, also ins große, ganze Leben hinein.

Hier geht es (auch) darum immer echter und wahrhaftiger mit sich selbst und dem Leben an sich zu werden. Mit der Einweihung vom „Haus in der Blume“ gleich nebenan konnten wir spüren, was für ein neues, konstruktives und erbauliches Leben sich schon mit uns und um uns herum kreiert hat. Eine Besucherin hat wunderbare Worte gefunden, denen ich nichts hinzufügen kann:

"Was für ein wundervolles Fest, was für eine wunderbare Einweihung eurer neuen Räume! Ich glaube, ich habe so etwas so noch nicht erlebt. Für mich war es so, dass viele wunderbare Menschen zusammen gekommen sind, sehr offen und jeder auf seinem ganz eigenen Weg schon richtig gut vorangekommen. Und mit seinem EINFACH DA SEIN, sich bei euch wohl fühlend - eurer herzlichen Einladung folgend - hat jeder diesem Raum und eurer Arbeit seinen Segen gegeben.

So herzlich eure Angebote, sehr offen die Atmosphäre, so kraftvoll das Singen, so ausgelassen freudig der Tanz - so weiht man einen Raum!! Das weiß ich jetzt! DANKE!!"

 

Danke an dieser Stelle an euch alle!
An alle, die Tag für Tag, Woche für Woche, Jahr für Jahr unablässig dabei sind sich freizuschaufeln und anzukommen in einem Leben, das fördert, unterstützt und das Leben feiert. Allen verrückten Umständen da draußen zum Trotze! Nur so kann das Leben an sich zur Schönheit gewandelt werden, nämlich indem wir uns dafür einsetzten, ganz konkret im Hier und Jetzt im eigenen Leben. Meinen tiefsten Dank dafür!

 

Ganz konkret im Hier und Jetzt beginnt im „Haus in der Blume“ unsere diesjährige Fortbildung zur Schoßraum®-Prozessbegleiterin nächste Woche Mittwoch und es sind noch wenige Plätze frei. Melde dich, wenn du noch zögerst, lass uns deine konkreten Hindernisse gerne gemeinsam anschauen. Schoßraum®-Prozessbegleitung unterstützt Leben und genau das braucht es mehr denn je, herzlich willkommen im Feld!

Liebe Grüße von Tatjana

Persönlicher Text von Tatjana Bach im Januar 2020

Ihr Lieben,  

stark erlebe ich dieses Mal die Rauhnächte: Stark fühle ich die Erde. Mir fällt auf, dass ich mehr und mehr anders in die Welt blicke. Bei uns in Ziegenhagen ist es sehr idyllisch, keine Frage, aber mittlerweile steigt in mir fast ständig diese Wahrnehmung in mir auf: Was wäre z.B. dieses Stück Erde hier, wenn wir mit ihm wären?

Die Schamaninnen sagen, wenn die Frau sich ihrem Schoß wieder zuwendet und diesen wieder belebt, dann wird sie von dort aus verbunden mit dem Leben an sich. Und wer nicht mehr vom Kopf her, sondern vom Bauch her verbunden ist, die nimmt anders wahr, sie fühlt nämlich das Leben, sie kann nach meinen Worten dann "bauchen". Und andere sagen: Erst wenn die Frauen wieder beginnen zu fühlen, erst dann wird sich etwas verändern. Sie können sich dann nämlich nicht mehr wegducken, sondern die Emotion ist so stark, dass sie raus muss, an den „Mann“ / an die „Menschheit“ gebracht werden muss, wunderbar!

 

In meiner Frauengruppe sind wir auf der Suche, wie wir neue, lebensbejahende Strukturen in unserem Wirkungsbereich erschaffen können. Eine von uns sagte ernsthaft: „Warum nicht gemeinsames „Weinen vor dem Rathaus“ initiieren?“

 

Ich finde das eine geniale Idee! Jeden Freitag treffen sich die Frauen vor den Rathäusern und weinen gemeinsam darüber wie unsere Lebensgrundlage, nämlich die Erde mit all ihren Geschöpfen, mehr und mehr (von uns) zerstört wird.

 

Genauso, wie ich die Idee gut finde, was einer alten Mytologie zugeschrieben wird, die ich leider nicht benennen kann. (Helfe mir jemand, ruf einfach an, wenn du es weißt.) Die Idee finde ich trotzdem durchschlagend gut und hoch modern:
Alle Frauen schliefen nicht mehr mit ihren Männern, die in den Krieg ziehen wollten. Der Krieg soll damit damals verhindert worden sein! Genial!

 

Ich weiß, ich lehne mich gerade weit aus dem Fenster. Solltest du Anregungen, Kritik oder dergleichen haben, bitte ich keine Mail zu schicken, sondern am Freitag, den 10.1. einfach tagsüber anzurufen, die Nummer findest du unten, ich bin dann erreichbar.

 

Und trotzdem schreibe ich weiter, denn mehr und mehr kann ich nicht mehr wegsehen, mich wegducken, mir es gemütlich machen auf meiner Scholle, nein!

Ich fühle mehr denn je, dass es gewaltig auf allen Ebenen mit der Menschheit schief läuft und sie diesen wunderbaren Planeten mit sich in den Abgrund reißt. Das will ich nicht! Und hiermit stehe ich auf und nutze zumindest den Kanal, den ich nutzen kann: Unsere Mailverteiler!

 

Da die Verschwörungstheorien so stark in unserer Szene krassieren, möchte ich auch das erwähnt haben: Egal! Wenn ich sehe wie hier über die Jahre hinweg, immer weniger verschiedene Vögel das Vogelhaus unseres Hausmeisters anfliegen, dann weiß ich, dass etwas schief läuft! Denn wenn ich im Sommer eine lange Autostrecke fahre und danach kaum noch Insekten auf meiner Windschutzscheibe kleben (gefühlte 90% weniger als vor 20 Jahren), dann weiß ich, dass die anderen Vögel, die nicht mehr kommen, nichts mehr zu futtern hatten. Verschwörung hin oder her, Futter ist nicht mehr da und das muss geändert werden!

 

Verändern kann jede und jeder und wie wir es dann tun ist individuell unterschiedlich. Ich z.B. füttere jetzt die Vögel auch im Sommer; wir kriegen Milch, Eier, Brot, viel Gemüse regional. Ich war schon immer Fan von Second Hand Läden und höre nun, dass das auch Umweltschonend ist, wunderbar, das wusste ich nicht!

Du wirst deine eigenen Gedanken dazu haben, was und wie in deinen Alltag für dich tauglich integriert werden kann, um ein lebensbejahendes Leben mit der Erde mehr und mehr zu unterstützen! Jede und jeder kann etwas tun und langsam, langsam eine Veränderung in unser aller Leben installieren.

Altes loszulassen, wird sicherlich auch schmerzhaft sein, jedoch Anandi von der Oshotimes macht uns mit ihrem Jahreshoroskop für 2020 Mut. Zitat: „Bestehende Normen, Regeln und Strukturen zerbrechen, weil sie nicht mehr funktionieren, oder versteifen sich dermaßen, dass sie Umstürze und Zusammenbrüche provozieren. Das löst gesellschaftliche wie persönliche Krisen aus. ... Doch genau dies erzeugt die nötige Dringlichkeit, um alte Strukturen abzuschaffen oder sich völlig neu zu orientieren.“

 

Um dich neu zu orientieren, könntest du z.B. den Film „Tomorrow - Die Welt ist voller Lösungen“ dir holen, so wie ich es getan habe. Ich weiß, er ist schon wieder 4 Jahre alt, aber ich finde ihn mittlerweile so gut, dass ich ihn in den Pausen der Gruppen laufen lassen möchte, auf dass immer mehr Menschen inspriert werden und das auch noch aus dem Schoß / Bauch heraus, also verbunden mit dem Leben, wunderbar!

 

Hoffentlich „bauchst“ du also schon, anstatt nur zu denken. Die Schoßraum®-Prozessbegleitung ist ein sehr feiner Weg sich dem eigenen „bauchen“ wieder anzunähern. 2020 beginnt mit zwei Kursen vom „Schoß im Raum – die Quelle deiner weiblichen Kraft“ für Frauen einmal in der Mitte Deutschlands und einmal hoch oben bei Berlin. Komm und verbinde dich mit dir, deiner Kraft und letztendlich mit dem Leben an sich! Herzlich willkommen!

 

2020 ist im Institut aber auch dadurch geprägt, dass nämlich einige Männer letztes Jahr gesagt haben: „Und auch ich habe einen Schoß!“ Allerhand! Dieses Jahr wollen wir es ganz genau wissen: Fangen Männer dann auch an zu „bauchen“?

Lieber Mann, du bist herzlich eingeladen mit uns auf eine Forschungsreise zu gehen, ob die Schoßraum®-Prozessbegleitung wirklich etwas für den Mann ist oder eben halt nicht. Das wissen wir aber erst nächstes Jahr. Jetzt hier die einmalige Chance mit uns in der SPB 2020 gemeinsam zu forschen oder die Selbsterfahrung mit uns zu machen, die SiR 2020, herzlich willkommen!

 

Danke dir sehr für deine Zeit!

Möge das neue Jahr Erbauliches für das Leben an sich und für deinen Alltag dir bringen! Mögest du beginnen mehr und mehr zu bauchen!

Liebe Grüße von Tatjana

Persönlicher Text von Tatjana Bach im Dezember 2019

Ihr Lieben,

letztes Wochenende war Cornelia Promny vom DGAM mit ihrem Zertifizierungskurs zur Gesundheitspraktikerin bei uns. Morgens trieb es mich nach oben, um meinen ersten Tee mit den Teilnehmerinnen zu trinken. „Eine wunderbare Ergänzung zur SPB-Fortbildung“ wurde mir da gesagt. „Es gibt handfeste Tips rund um die Selbstständigkeit: Was schreibe ich in die Gewerbeanmeldung? Was für ein „Praxisschild“ habe ich draußen hängen? Hier gibt es die Antworten!"

In diesem Zusammenhang nochmals mein großer Dank an Cornelia Promny und Inari Hanel, die sich damals für die „Gesundheitspraktikerin für Sexualkultur“ einsetzten!

Beim ersten Kurs damals bei Cornelia war ich auch mit dabei und war ebenfalls zutiefst begeistert: Für mich fand ich hier endlich auch eine Antwort darauf, wenn ich gefragt wurde: „Was bist du?“

Immer schon Autodidaktin gewesen und die "Schoßraum-Prozessbegleitung" noch nicht geschöpft, wusste ich lange nicht auf diese Frage zu antworten. Anstatt dessen fragte ich nach: „Was willst du von mir wissen? Womit ich mein Geld verdiene? Oder wofür ich brenne?“ Mit der Gesundheitspraktik hatte ich, sozusagen im Nebeneffekt, endlich auch noch eine gesellschaftlich anerkannte Berufsbezeichnung gewonnen, mit der für mich die Beantwortung dieser für mich leidigen Frage schlichtweg einfacher wurde!

„Na die Frage `Was bist du?` beschäftigt mich aber immer noch!“ höre ich aus dem frühmorgendlichen Tee-Gruppenpulk und und ich muss lachen: „Klar, in deinem Alter hat mich das auch noch beschäftigt! Wer bin ich? Wofür bin ich hier? Was soll das Ganze? Ich glaube mittlerweile, dass das Leben an sich nur dafür da ist, sich selbst kennenzulernen. Mich wirklich kennenzulernen, zu finden, um dann auch loslassen zu können, wenn wir sterben. Wenn wir uns in diesem Moment noch nicht gefunden haben, dann kann doch auch nichts losgelassen werden. Dann wird es schwierig....“

„Und um sich selbst zu finden brauchen wir den Kontakt!“ wirft jemand ein. Ich erwidere: „Wisst ihr was: Das ist wieder Schoßraum®-Prozessbegleitung. Nicht: Ich treffe dich und sage dir, was mit dir los ist, nein, ich treffe dich und spüre in mir nach, was dieser Kontakt gerade mit mir macht.“ „Das ist immer wieder unsere Arbeit: In der Schoßraum®-Prozessbegleitung erfährst du dich im Kontakt" ergänzt jemand aus der Runde und ich kann nur nicken.


In der Schoßraum®-Prozessbegleitung erfahre ich meine Grenzen und Schwellen im Kontakt mit der Begleiterin. Ich bin zutiefst dankbar, dass immer mehr Menschen sich dieser "Methode" zuwenden und sie anwenden. Mehr denn je glaube ich, dass nichts anderes mehr gebraucht ist, als dass der Mensch zu sich selbst wieder findet. Es wird ruhiger werden hier, bei uns auf diesem Planeten und die wirklich wesentlichen Sachen werden angegangen werden. Na, das ist ein anderer Rundbrief und ich freue mich schon drauf!

Lasst euch also inspirieren und überraschen von.......? Eigentlich nur dir selbst! Ok, stimmt nicht ganz und den vielen, vielen Herzensmenschen, die sich uns mehr und mehr anschließen! Danke euch allen sehr! Für heute nur soviel: Kommt vorbei! In die Gruppen, zu Einzelsitzungen oder einfach nur zum Mitarbeiten, Feiern und Urlauben!

 

Ich wünsche in diesem Sinne jeder und jedem Einzelnen wirklich be-sinn-liche, tiefe, ruhige, innerliche Tage, also dorthin wo auch dein Sinn sitzt. Ich wünsche euch innerliche Tage der Findung in den nächsten Wochen! Lasst die vor euch stehenden Zeit zu Tagen der innerlichen Weihe werden. Ich werde es mir auch vornehmen und entschleunigen ganz im Sinne der Schoßraum®-Prozessbegleitung. Ich freue mich drauf!

Alles Liebe von Tatjana


Persönlicher Text von Tatjana Bach im November 2019

 

Liebe Freunde und Freundinnen!

 

In dieser Zeit zertifizieren Johanna Roth, meine Kollegin in der Fortbildung und ich wieder

mehrere Frauen zu Schoßraum®-Prozessbegleiterinnen. 6 Module liegen dann hinter ihnen, in der

sie ihre eigene Arbeit mit unserem Ansatz verweben konnten.

U.a. Traumawissen, Gesprächsführung, Triggerpunkte, Ressoucen und viel mehr ist mit im

Fortbildungspaket. Und doch geht es größtenteils in der Schoßraum®-Prozessbegleitung nicht um angelerntes, angepauktes Wissen, sondern um eine bestimmte innere Haltung und Ausrichtung der Prozessbegleiterin!

 

Auf Augenhöhe wird z. B. gemeinsam erforscht, was die zu Begleitende innerhalb einer

Annäherung an ihren Schoß wirklich entspannt sein lässt. Um sich selbst auch noch in den ganz

feinen Bereichen spüren zu können, wird bei uns extrem entschleunigt. Fast jede Frau, die solche

und ähnliche Sätze schon von uns gehört hat, ist trotzdem immer noch verblüfft in welchem

Ausmaße in der Schoßraum-Prozessbegleitung dann praktisch und tatsächlich wirklich

entschleunigt wird....

 

Manches Mal fühlt sich das wie das Zulassen einer „Lücke“ an. Und dafür braucht es echten Mut!

Eine Lücke, die bestenfalls jetzt nicht sofort wieder gefüllt wird, sondern Raum und Zeit gibt für

etwas, was wir aber oft automatisch wieder ganz schnell übergangen und schnell befüllt haben. Erst in diesem mutigen „Freiraum“ können nämlich Seelenregungen wahrgenommen werden, die oft verdeckt und versteckt unser gesamtes Leben überlagern!

 

Oft können erst dann z.B. eingefrorene Gefühle in uns wieder wahrgenommen werden und durch

den bestehenden Kontakt mit der Schoßraum®-Prozessbegleiterin jetzt auch integriert werden. Diese Integration funktioniert nur, eben weil hier eine Begleiterin auf Augenhöhe einer zu Begleitenden begegnet. Mensch trifft auf Mensch und Spiegelneuronen funktionieren, weil es echt ist und eben nicht, wenn sich hinter Rolle, Beruf und/oder Fachwissen das Menschsein versteckt wird.

Ich freue mich sehr diesen „Mut zur Lücke“ und noch mehr andere Qualitäten in den neu

zertifizierten Schoßraum®-Prozessbegleiterinnen erkannt und miterlebt zu haben!

Denn was braucht es mittlerweile flächendeckend? Etwas Neues! Etwas, was wir bestenfalls eben

noch nicht kennen! Und wie entsteht Neues? Indem wir „Lücken“ lernen zuzulassen! Wunderbar,

dass nun bundesweit wieder mehr Frauen dazu befähigt sind diese mit dir gemeinsam zuzulassen!

Gerne mehr dazu hier.

 

In diesem Sinne wünsche ich uns allen einen guten Start in einen Herbst, der immer und immer

wieder uns Lücken und Neues bringt, weil wir lernen mehr inne zu halten, zu entschleunigen und

auszusteigen aus festgelegten Automatismen.....

die Schoßraum®-Prozessbegleitung unterstützt uns dabei!

 

Liebe Grüße von Tatjana Bach


Persönlicher Text von Tatjana Bach im Oktober 2019

Ihr Lieben,

in diesem Jahr hat sich viel entwickelt:
Nachwievor pflegen wir unsere Frauenräume und es wird zusätzlich neu kreierte Räume für alle Menschen im Institut geben. Einen neuen, größeren Gruppenraum gibt es bald, in den eine neue „Akademie“ einziehen wird (davon später mehr). Langsam, langsam sortiert es sich also im Schoßraum®-Institut und es kommt neuer Rhythmus und Boden in die Dinge.

Einen neuen Boden kriegt aber auch die unmittelbare Nachbarschaft hier bei uns in der Straße. Mehr und mehr verändert sich die „normale“ Nachbarschaft in ein miteinander verbundenes Leben.

 

Unser erstes Treffen war ersteinmal ein normaler Grillabend mit den neuen Nachbarn, aber aus dem Nichts fängt einer an zu erzählen, was er denn hat und mit den anderen gerne teilen könnte. Von Auto über Bohrmaschine bishin zu frisches, selbstgebackenes, glutenfreies Brot backen, kommt eine ganze Menge zusammen und ich bin zutiefst beglückt über soviel Solidarität.

 

Alle unmittelbaren Nachbarn trafen sich nun schon mehrere Male. Mittlerweile haben wir einen Namen: Die „Blumenbrücke“.

Was wir immer noch als „Werkzeug“ in den Gruppen nutzen, wird hier in den ganz normalen Alltag integriert. Wir fahren nicht mehr für ein Wochenende auf einen workshop, um zu erleben, wie Leben anders besser gehen könnte, kommen dann aber wieder nach Hause und alles bleibt beim Alten. Nein, wir nehmen für gut befundene Werkzeuge jetzt einfach mit in unseren Alltag. Und eine vollkommen neue Art nachbarschaftlicher Verbindung entwickelt sich mehr und mehr und ich bin (und ich sage jetzt mal auch wir sind) sehr dankbar dafür!

 

In der Blumenbrücke gibt es so das Hauptmerkmal ein Redekreis, so wie wir ihn aus unseren Gruppen kennen: Eine/r erzählt, was ihr/ihm auf dem Herzen liegt und die anderen hören zu. Danach wird weder kommentiert, noch reagiert. Frau und man hat sich so zeigen können, ist gesehen worden und wir alle wissen um- und voneinander. Ein zutiefst menschliches Bedürfnis ist gesättigt worden und was macht das mit uns, wenn wir satt sind: Natürlich glücklich!

 

Mittlerweile gibt es auch den „Blumenbrückenblitz“, der wird einberufen, wenn eine/r der sechs Nachbarn vom Leben ganz stark herausgefordert ist. Im Blumenbrückenblitzen springen sofort und schnell die Freunde zur Seite. Zweimal nun schon geschehen, bin ich zutiefst beeindruckt von uns und unserem Füreinanderdasein!

 

Ich bin davon überzeugt, dass Menschen, die sich gemeinschaftlich eingebunden fühlen, dass diese Menschen weniger „darstellen“ müssen. Dadurch werden sie weniger konsumieren müssen. Sie werden sich mehr und mehr auf das Wesentliche freiwillig beschränken wollen.

 

Und in Zeiten von dringend nötigen Wandlungen ist es das Wesentliche, auf das wir uns wieder besinnen. Noch mehr Fliegen geht nicht mehr! Bleibt zu Hause, geh´ deinen Nachbarn besuchen. Eine ganze, neue Welt wird sich dir offenbaren.... auch für dich selbst!

 

Brauchst du Inspiration für ein anderes Leben?
Dann komm´ uns hier im Haus in der Blume besuchen!

 

Es gibt zahlreiche Möglichkeiten dich zu inspirieren: Ganz bald findet das Waldkraft-Seminar mit Tatjana und Imad statt, oder aber nimm´ teil am Individual-Schoßraum-Retreat oder aber komm´ zum Syrischen Mittagstisch....


Hier oder da, ich und wir alle,

freuen uns auf dich!

 

Liebe Grüße von Tatjana


Persönlicher Text von Tatjana Bach im September 2019

Ihr Lieben!
Der Sommer schenkte uns viel Bewegung im Innen, sowie im Außen.

 

Unser Gästebetrieb und das dazu gehörende Gästehaus hat mittlerweile einen Namen:
Das „Haus in der Blume“ ward geboren.

Hier trafen sich diesen Sommer viele Menschen, um bei uns mitzuleben und


mitzuarbeiten. Unser großer Garten hat sich über ihre Hilfe rießig gefreut und die Hängesackschaukeln waren überglücklich immer wieder stundenlanges „Schuckeln für die Seele im wilden Grün“ anbieten zu können.

 

Tiefes Seelentauchen gab es auch bei unserem letzten internen Treffen von Schoßraum®-Prozessbegleiterinnen mit den eingeladenen Männern, um weiter zu erforschen: Wie kommt unsere Arbeit „an den Mann“, bzw. „zu uns Menschen“? 

Jetzt wissen wir es ganz genau: Nächstes Jahr muss noch weiter geforscht werden, zu tief sind die Themen, zu intensiv das Feld und gleichzeitig sind wir mehr denn je bestätigt: Von der Methodik kann die andere Hälfte der Menschheit ebenfalls enorm profitieren. Freude darüber!

So gibt es also weitere Premieren in 2020:

Einen klassischen „Schoß im Raum - für Menschen“ sowie eine ausführliche Forschungsreihe. Die SPB 2020 lädt ein mit zertifizierten Begleiterinnen die Methodik zu erweitern. Wahre Fein-Forscher mit Abenteuergeist und -mut sind gesucht! Melde dich gerne!

 

Ein anderes Abenteuer klopft ebenfalls schon an: Mit der Klang-Yogalehrerin und Nachbarin Dunja Winkelmann erweitern sich unsere räumlichen Möglichkeiten. Gleich nebenan wird ab dem 01.01.2020 ein neuer Gruppenraum bezogen werden. Wir ziehen aus aus dem kleinen Gruppenraum (dem ehemaligen großen Wohnzimmer), rein in einen großen, hellen, schönen „normalen“ Gruppenraum. Angekommen in der Welt, aber Hallo! Unser Dank gilt unserem überaus entgegenkommenden und super netten Nachbarn, Johannes Herche mit dem Grätz Verlag.

Angekommen in der Welt ist nun auch die Arbeit:

Nach Anerkennung vom Bundesministerium für Familie und damit der finanziellen Förderung vom FSM würdig, wird bei Teilnahme von Fortbildung und zusätzlichem Zertifizierungskurs die Berufsbezeichnung „Gesundheitspraktikerin (BfG) für Schoßraum®-Prozessbegleitung“ möglich. Dafür ein dickes Dankeschön an die Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen von der Deutschen Gesellschaft für alternative Medizin! Wir freuen uns mit aufgenommen zu sein!

So haben wir die ehemalige Fortbildung II in 2020 für alle Menschen als weiteren Forschungsraum SPB 2020 geöffnet. Fortbildung I bleibt weiterhin nur Frauen vorbehalten.

....so neigt sich also der Sommer für uns mit den vielen neuen Geschenken in den Herbst hinein und wir starten gleich durch mit unserem Permakulturkurs. Übrigens für alle Menschen.

Nesrin Caglak wird uns dieses Mal "unser aller Boden" näher bringen und uns Techniken zeigen wie, jenseits von Kunstdünger und Konsorten, dieser fruchtbarer werden kann.

 

Daneben gibt es auch wieder Zeit für die besagten Schaukeln, ein echter Insidertip: „Schuckeln in wilder Natur für die Seele“, komm und mach mit!

 

So wünsche ich jeder und jedem einen guten Start in den Herbst: Schuckelt ab und an! Das entschleunigt und bringt das Wesentliche wieder hervor, um nichts anderes geht es mehr!

Alles Liebe von Tatjana Bach



Persönlicher Text von Tatjana Bach im Juli 2019

Ganz aktuell:

Mehrere Schoßraum®-Prozess-Begleiterinnen haben mit (auserwählten) Männern schon zwei Wochenenden lang sich intern ausgetauscht und sich Feedback geholen, ob und wie unsere Arbeit auch in die männliche Welt hinein wirken kann.

Die Treffen sind mittlerweile sehr Augen öffnend, aufschlussreich und hochinteressant und im September 19 werden wir uns noch einmal treffen.
Nach den ersten beiden Treffen ist klar geworden: Wir braucnen noch mehr gemeinsame Forschungsräume!

So haben wir die ehemalige Fortbildung II in 2020 für alle Menschen als weiteren Forschungsraum geöffnet. Fortbildung I bleibt weiterhin nur Frauen vorbehalten.


Persönlicher Text von Tatjana Bach im Juni 2019

Liebe "Alle", 

wir kommen frisch zurück von unserer Gruppe "Dein Schoß im Raum", die dieses Mal für alle Menschen geöffnet war.

Unser Dank gilt den Männern und Frauen, die diese Premiere mit uns wagten!

Die Schoßraum®-Prozessbegleitung wurde über lange Jahre von mir, Tatjana, einer Frau entwickelt, und im reinen Frauenfeld lange, lange Zeit verfeinert.

Ein zutiefst weiblicher Ansatz also der in besonderer Entschleunigung neu zu erspürende Grenzen und/oder Schwellen eröffnet, bei denen tiefe, oft emotionale, Prozesse eingeleitet und integriert werden. 

 

Dieses Mal keine extra eingeladene Männer, sondern sich frei anmeldende Männer. Kann dieser "normale Gruppenteilnehmer" immer noch mit unserer Arbeit etwas anfangen? Die vor 4 Monaten privat eingeladenen Männer hatten uns das bestätigt.....

 

Jetzt war Feldforschung angesagt und ich wusste gar nicht wer denn da kommen würde und dementsprechend aufgeregt war ich. Mein großer Dank gilt dem ZEGG, dort dieses Experiment gewagt haben zu können! Sowie Detlef Scholz, der an meiner Seite mit in das Unbekannte sprang und das gleich doppelt: Einmal in ein für ihn unbekanntes Gruppenformat, sowie andererseits an die Seite einer Leiterin, deren Stil er noch nicht gänzlich kannte. Danke dir sehr, Detlef, ich hoffe wir arbeiten noch ganz viel zusammen!

 

Wir alle kommen zutiefst glücklich von dieser Premiere zurück! Ein Teilnehmer: " Das Erleben einer Annäherung, einer Hand, in 30 MINUTEN UM 50 CM, an meinen Handrücken, meinen Handrücken. In dieser unendlichen Langsamkeit, dieser Feinfühligkeit, welche mir selbst auch so sehr entspricht. Und dann dass Erleben meines Beckens, das Spüren dessen, ein kleiner Anflug des Gefühls von Heimat, Geborgenheit, Zuhause Seins, Frieden. Unglaublich! Und wir sprechen immer noch von einer Annäherung an den Handrücken. Welche Freude! Was ist da wohl noch möglich?"

Auch ich war verblüfft, wie tief die Prozesse und Erkenntnisse in dieser Gruppe waren und wie viel seelisches "Neuland" sich offenbarte und zwar bei allen: Bei den Männern, wie bei den Frauen, also bei uns Menschen. So eröffnet das "Schoßraum ®-Institut für Selbstentfaltung" nun mehrere Gruppen für "alle Menschen"! 

Neben Permakultur und Waldkraft-tanken, jetzt auch die Selbsterfahrungsgruppe Dein Schoß im Raum im Februar 2020 im ZEGG und auch die Fortbildung II erhält ein neues Format und ab März 2020 sind Männer bei uns eingeladen gemeinsam nochmals tiefer zu tauchen, Feb und alte FoBi wieder mit Detlef Scholz an unserer Seite. Neue Zeiten beginnen, ich freue mich sehr drauf!

Herzliche Grüße vom Waldrand,

Tatjana Bach


Persönlicher Text von Tatjana Bach im April 2019

Ihr Lieben,

reiche Tage liegen hinter uns!

 

Dem jährlich stattfindenden internen Treffen unter uns Schoßraum®-Prozessbegleiterinnen war das erste Mal in unserer Geschichte ein weiteres Treffen voraus gegangen:
Das Treffen des „Schoßraum®-Institutes mit den Männern“

Seit 3, vielleicht 4, Jahren erreichen uns immer mehr Anfragen von Männern und endlich wollten wir uns zu diesem „Ruf des Lebens“ positionieren. Ich und die anderen Frauen luden also verschiedene männliche Vertreter ihrer Fraktion ein zu einer gemeinsamen Zeit, in der wir forschen wollten.

 

Wir alle hatten viele, viele Fragen in die männliche Welt hinein. Meine waren so ähnlich wie „Haben Männer eigentlich einen Schoßraum?“ „Kann, angesichts des wahrscheinlich schneller aufkommenden Themas der Lust, weiterhin klar und integer begleitet werden?“ „Passt die Schoßraum®-Prozessbegleitung mit ihrer Entschleunigung eigentlich zum Mann?“ Ich hatte gefühlte 1000 Fragen.

Nach dem gemeinsamen Tagen kann ich sagen, dass ich zutiefst beglückt aus unserem ersten gemeinsamen Forschungsfeld komme! Um es mal kurz zu machen: „Ja, Ja, Ja!“
Männer haben einen Schoßraum! Integer begleiten ist möglich! Entschleunigung eröffnet auch dem Manne neue, unerwartete Erfahrungsräume, die heilsames Geschehen erfahrbar machen!

„Blume 13“ haben wir uns genannt: 13 Menschen waren wir und in der Blume in Ziegenhagen liegt das Institut. Die Blume 13 wird sich in diesem Jahr noch 2 Mal treffen und ganz sicher wird sich mehr und mehr eine „Schoßraum-Prozessbegleitung für den Mann“ entwickeln. Wie, das wissen wir noch nicht und schauen aber erfreut zu, wie es sich entwickelt und webt und Gestalt annimmt!

 

Dass „die Männer mehr dabei sind“ war für mich ja schon sehr deutlich allein mit dem Kauf des Hauses spürbar. Doch nochmals bin ich darin bestätigt und zwar nicht nur wegen unserem ersten Treffen mit den Männern hier, sondern auch, weil zu unserem Hausmeister Herr Wendel und unserem Gärtner sich langsam, langsam ein Allrounder sich hier mit uns anfreundet und mehr und mehr einarbeitet. Damit „bevölkert“ das Schoßraum-Institut eine Frau und !drei! Männer. Ist das nicht verrückt?

Und es ist so gut! Jede/r auf seiner/ihrer Art und Weise ist eine echte Bereicherung und Komplettierung hier vor Ort! Und eventuell haben wir auch bald eine neue Hausmeisterin, dann sind wir hier immerhin zwei Frauen! Danke, danke, danke für diese Fügungen und Führungen, die ich mir selbst nie hätte erträumen können! Meine Dankbarkeit ist wirklich groß!!

So, das waren die auch menschlich sehr anrührenden Neuigkeiten hier von uns aus der Blume 10.

Desweiteren gibt es aber auch viel Bewegung auf der offiziellen Ebene, aber Hallo!!

 

- Es wird ein Tag der offenen Tür am Samstag, den 13.4. und ein Sommerfest am 2. - 4.8. ausgerichtet werden! Kommt, besucht uns, wenn ihr in der Nähe seit!

- Permakultur ist scheinbar in und on und hipp und das wusste ich ja schon immer, aber dass die Kurse so gut gebucht werden, in denen in unserem Garten gebuddelt wird und es von Nesrin noch etwas zu lernen gibt, auch das hätte ich nicht vermutet.... Jetzt anmelden garantiert dir noch einen Platz!

- Einige wenige Plätze gibt es auch noch im Selbsterfahrungskurs „Quelle weiblicher Kraft“ in Bad Belzig bei Berlin! Jetzt kannst du noch teilnehmen, auch um eventuell die Fortbildung anzugehen, die auch mittlerweile nur noch wenige Plätze frei hat. Komm, melde dich, rufe an!

 

- Ganz neu und das erste Mal im Institut: Das neue Kursangebot von Johanna Holembowski mit mir „Die Arbeit mit Emotionen in der Körperarbeit“ ist auch für Frauen und Männer gedacht! Whow, es geht wirklich los und allen kann ich nur empfehlen hier teilzunehmen. Johanna ist mit ihrer Forschung am Puls der Zeit und hat sehr interessante Ergebnisse zusammen getragen, die sehr, sehr hilfreich sind als Sessiongeber/in zu wissen!

 

- Ebenfalls ganz neu die Arbeit am Tor ins Leben mit Amba Finis! Yonikunde entschleunigt und tief für alle, die aus der konventionellen Körperarbeit kommen und sich mehr und mehr hier gerufen fühlen, genauso wie für dich privat, um dich rückzuverbinden und zu stärken!

 

- Last, not least bietet Cornelia Promny das erste Mal hier bei uns in Ziegenhagen einen Zertifizierungskurs zur Gesundheitspraktikerin (BfG) an. Nach unserer Fortbildung und auch mit vergleichbaren, anderen Fortbildungen hast du jetzt die Möglichkeit dich hier bei uns am letzten November WE zur Gesundheitspraktikerin zertifizieren zu lassen!

Ich blicke also immer noch erstaunt, ob der inneren und äußeren Fülle, voller Freude darauf, wie das Institut die Segel aufnimmt und anfängt zu hissen und zu segeln und ich freue mich dich hier oder da begrüßen zu können! Kommt, es ist echt schön hier!!

 

Alles, alles Liebe bis dahin wünscht,

Tatjana Bach